Coronakrise in den USA Trumps Wirtschaftsberater rechnet mit Arbeitslosenquote von 16 Prozent - oder mehr

In wenigen Wochen verloren in den USA mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job. Trumps Wirtschaftsberater Hassett spricht von einem "Schock historischen Ausmaßes" für die US-Wirtschaft.
Andrang auf Jobmesse in Los Angeles Anfang März: Entlassungen in den USA einfacher möglich als in Deutschland

Andrang auf Jobmesse in Los Angeles Anfang März: Entlassungen in den USA einfacher möglich als in Deutschland

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Mario Tama/ Getty Images

Ausgangssperren zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus haben die Wirtschaftkraft der USA in weiten Teilen zusammenbrechen lassen. Die Arbeitslosenzahlen schießen in die Höhe, und viele Unternehmen sind bereits von der Pleite betroffen. Der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Kevin Hassett, spricht von einem "Schock historischen Ausmaßes" für die US-Wirtschaft.

"Es ist eine wirklich ernste Situation", sagte der Berater von Präsident Donald Trump dem Sender ABC. "Dies ist der größte negative Schock, den unsere Wirtschaft meiner Meinung nach je erlebt hat. Wir werden uns mit einer Arbeitslosenquote befassen müssen, die wir während der Großen Depression gesehen haben", fügte Hassett hinzu. Er erwarte eine Quote von 16 Prozent oder mehr für diesen Monat.

Seit Mitte März haben bereits 26,5 Millionen Amerikaner Arbeitslosengeld beantragt - Einzelhandelsumsätze, Wohnungsbau und Verbrauchervertrauen sind eingebrochen. Die rasante Ausbreitung des Coronavirus in dem Land hat das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen gebracht. Die große Mehrheit der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegt Beschränkungen. Viele Geschäfte und Betriebe sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, Flüge sind massenhaft gestrichen, Veranstaltungen abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen. Zudem sind Entlassungen in den USA in der Regel weit einfacher möglich als etwa in Deutschland.

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"Wir werden wirklich große, durchdachte Strategien brauchen"

Hassett fügte hinzu, dass der erwartete Rückgang des BIP des Landes im zweiten Quartal eine "große Zahl" sein würde. "Ich denke, die nächsten Monate werden schrecklich sein. Sie werden Zahlen sehen, die so schlecht ausfallen wie nie zuvor", sagte Hassett mit Verweis auf die US-Konjunkturdaten, von denen die US-Börse sich bislang erstaunlich unbeeindruckt zeigt.

Nach Schätzungen des überparteilichen Congressional Budget Office (CBO) wird das US-Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal mit einer jährlichen Rate von fast 40 Prozent schrumpfen und die Arbeitslosigkeit im dritten Quartal bei 16 Prozent liegen. Aber auch im nächsten Jahr sieht der CBO die Arbeitslosenquote immer noch bei über zehn Prozent. Vor dem Beginn der Pandemie hatte sich die Arbeitslosenquote in den USA auf einem 50-Jahres-Tief von 3,5 Prozent eingependelt.

"Wir werden wirklich große, durchdachte Strategien brauchen, um sie so zu gestalten, dass die Menschen wieder optimistisch sind", fügte Hassett hinzu. Trumps Berater wollen eine Liste von fünf oder sechs Punkten aufstellen, die dem Kongress präsentiert werden soll, um die Wirtschaft anzukurbeln, sagte Hassett. Regierung und Kongress hatten bereits gewaltige Hilfen auf den Weg gebracht, um rund zweieinhalb Billionen Dollar in die leidende Wirtschaft zu pumpen. "Ich bin sicher, dass in den nächsten drei oder vier Wochen alle an einem Strang ziehen und einen Plan aufstellen werden, um uns die bestmögliche Chance für eine V-förmige Genesung zu geben", sagte er dem Sender ABC. "Ich denke nicht, dass wir es schaffen, wenn wir keine soliden Vorschriften haben."

Eine "V-förmige Erholung" ist eine, bei der eine Wirtschaft nach einem starken Rückgang wieder steil nach oben springt.

apr/Reuters
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