Erleichterungen und Notkredite IWF erlässt 25 armen Ländern in Coronakrise Schulden

Wegen der Belastungen durch die Corona-Pandemie hat der Internationale Währungsfonds Erleichterungen für Entwicklungsstaaten angekündigt. Einigen Ländern sollen zudem Notkredite helfen.
Freiwillige bei der Essensausgabe in Ghana: Eine Milliarde Dollar Notkredit für die Wirtschaft des Landes

Freiwillige bei der Essensausgabe in Ghana: Eine Milliarde Dollar Notkredit für die Wirtschaft des Landes

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Francis Kokoroko/ REUTERS

Um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzufedern, unterstützt der Internationale Währungsfonds (IWF) die westafrikanischen Staaten Ghana und Senegal mit Notkrediten. Ghana  solle einen Kredit von einer Milliarde Dollar bekommen, Senegal  etwa 440 Millionen Dollar, teilte der IWF mit. In beiden Staaten leide die Wirtschaft unter den Folgen der globalen Corona-Pandemie, weswegen auch die Regierungen finanziell unter Druck stünden und zusätzliche Liquidität bräuchten.

Für 25 Mitgliedsländer sieht der IWF im Rahmen seines "Catastrophe Containment and Relief Trust" (CCRT) zudem sofortige Schuldenerleichterungen vor. "Dies gewährt unseren ärmsten und schutzbedürftigsten Mitgliedern Zuschüsse zur Deckung ihrer IWF-Schuldenverpflichtungen für eine erste Phase in den nächsten sechs Monaten und wird ihnen helfen, mehr ihrer knappen finanziellen Ressourcen für lebenswichtige medizinische und andere Hilfsmaßnahmen zu verwenden", sagte IWF-Geschäftsführerin Kristalina Georgieva einer Mitteilung zufolge .

Der Katastrophenbeistandsfonds CCRT war während der Ebola-Krise in Westafrika 2015 geschaffen worden war und wird angesichts der Coronavirus-Pandemie nun umgenutzt. Derzeit umfasst der CCRT 500 Millionen Dollar. Die größten Beitragszahler sind Japan, Großbritannien, China und die Niederlande.

Virtuelle Frühjahrstagung von IWF und Weltbank

Der IWF drängt darauf, den verfügbaren Betrag auf 1,4 Milliarden Dollar zu erhöhen. Zu den ersten Ländern, die die Erleichterungen erhalten sollen, gehören unter anderem Afghanistan, Zentralafrikanische Republik, demokratische Republik Kongo, Gambia, Haiti, Madagaskar, Malawi, Mali, Mosambik, Nepal, Niger, Ruanda, Tadschikistan, Togo und Jemen.

Vergangene Woche hatte IWF-Chefin Georgieva mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie vor der schlimmsten Wirtschaftskrise seit der Großen Depression in den Zwanziger- und Dreißigerjahren gewarnt. Selbst im besten Fall dürfte es im kommenden Jahr nur eine teilweise Erholung geben; es könnte aber auch schlimmer werden, sagte sie. Am Dienstag legt der IWF eine neue Prognose für die Entwicklung der Weltwirtschaft vor.

Am Nachmittag will der IWF, dem 189 Mitgliedsländer angehören, seine detaillierten Prognosen zur Weltwirtschaft veröffentlichen. Die Experten dürften neben einem negativen Ausblick bei der Vorlage ihrer vierteljährlichen Vorhersage die vielen Unsicherheiten ihrer Prognose hervorheben. Länger andauernde Beschränkungen des öffentlichen Lebens und des Wirtschaftsgeschehens in vielen betroffenen Ländern könnten zu einer noch tieferen und länger anhaltenden Rezession führen. Im Januar hatte der IWF für 2020 noch ein globales Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent prognostiziert.

Die Prognose wird im Rahmen der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank präsentiert. Wegen des Coronavirus findet die Tagung - zu der sonst Minister, Banker und Experten aus aller Welt nach Washington reisen - nur virtuell statt.

apr/Reuters/dpa
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