Geschätzte Einkommensverluste Coronakrise kostet die Deutschen 390 Milliarden Euro

Die Coronakrise macht die Deutschen ärmer. Nach Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts IfW dürfte jeder Bürger im Durchschnitt 1325 Euro weniger zur Verfügung haben als noch 2019.
Geschlossenes Geschäft in Stuttgart (im April)

Geschlossenes Geschäft in Stuttgart (im April)

Foto: Marijan Murat/ DPA

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwartet, dass die Deutschen infolge der Corona-Pandemie Hunderte Milliarden Euro an Einkommen verlieren. Nach den Prognosen des Forschungsinstituts wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 6,8 Prozent schrumpfen. Wie die Ökonomen für den SPIEGEL errechnet haben, bedeutet dies, dass das Volkseinkommen im Vergleich zu 2019 trotz gewaltiger Subventionen und Überbrückungshilfen um 110 Milliarden Euro sinkt. Durchschnittlich 1325 Euro hätte jeder Bürger vom Säugling bis zum Greis demnach weniger zur Verfügung.

DER SPIEGEL 28/2020

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Der tatsächliche Corona-Effekt ist sogar noch viel höher. Denn ohne die Pandemie hätte die Wirtschaft nicht stagniert, sondern vermutlich zugelegt. "Zwar wird die Wirtschaft im kommenden Jahr voraussichtlich wieder stark wachsen", sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr dem SPIEGEL. Das bedeute aber nicht, "dass wir wieder auf das Vorkrisenniveau kommen". Einkommen von etwa 390 Milliarden Euro seien im Vergleich zu der ohne Corona erwarteten Entwicklung bis Ende des nächsten Jahres selbst dann verloren, wenn die Wirtschaft 2021 um sechs Prozent wachse.

Jeder dritte Deutsche erwartet Einbußen

Drei Viertel der Deutschen erwarten zudem, dass die Ungleichheit im Land infolge der Pandemie zunehmen wird. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL ergeben. Danach gibt es nicht nur eine abstrakte Angst vor Ungleichheit: Ein Drittel der Deutschen erwartet in diesem Jahr für sich selbst Einkommens- und Vermögenseinbußen, insgesamt 36 Prozent erwarten dies sogar für die nächsten drei Jahre.

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