Effekt der Corona-Kurzarbeit Monatsverdienste von Arbeitnehmern sinken

Mehr als sechs Millionen Menschen in Kurzarbeit - das hat Folgen bei den ausgezahlten Gehältern: Die Monatsverdienste lagen im Frühjahr niedriger als noch 2019. Noch stärker sank aber die Arbeitszeit.
Mitarbeiter in Daimler-Werk Sindelfingen: Arbeitgeber zahlten im Frühjahr weniger Gehalt - wegen Kurzarbeit

Mitarbeiter in Daimler-Werk Sindelfingen: Arbeitgeber zahlten im Frühjahr weniger Gehalt - wegen Kurzarbeit

Foto: Marijan Murat/ dpa

Geschlossene Geschäfte, stillstehende Autowerke: Die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die deutsche Wirtschaft in diesem Frühjahr teilweise gelähmt. Viele Betriebe schickten ihre Beschäftigten in Kurzarbeit - und sparten sich so Gehaltszahlungen. In der Folge sind die durchschnittlichen Brutto-Monatsverdienste von Arbeitnehmern im zweiten Quartal um 2,2 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs gesunken, wie das Statistische Bundesamt mitteilte .

Die amtlichen Statistiker berücksichtigen bei den Monatsverdiensten ausschließlich von Arbeitgebern gezahlte Beträge an ihre Beschäftigten, allerdings ohne Sonderzahlungen wie etwas das Urlaubsgeld. Das Kurzarbeitergeld - das die Bundesagentur für Arbeit (BA) erstattet - ist darin ebenfalls nicht enthalten. Die Statistikbehörde verweist darauf, dass das Kurzarbeitergeld "die Einkommensverluste für die Beschäftigten zum Großteil abfederte". Laut der jüngsten Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit waren im Mai 6,7 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

Tatsächlich halten sich die zurückgegangenen Verdienstzahlungen der Arbeitgeber in Grenzen, wenn man sie mit der Entwicklung bei der Arbeitszeit vergleicht: Im Zeitraum von April bis Juni ging die bezahlte Wochenarbeitszeit im Schnitt um 4,7 Prozent und damit erheblich stärker zurück. Das bedeutet, dass die Brutto-Stundenverdienste im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen sind, sie lagen um 2,6 Prozent höher als 2019.

Von den Corona-Beschränkungen waren die Branchen sehr unterschiedlich betroffen - was sich an der Verdienstentwicklung ablesen lässt. Am stärksten gingen die Brutto-Monatsverdienste mit einem Minus von 18 Prozent bei den Beherbungsbetrieben zurück. Doch auch in der Autoproduktion sanken sie ähnlich stark um 17 Prozent, bei Reisebüros und -veranstaltern waren es 15 Prozent. In allen drei Branchen stiegen die Stundenverdienste allerdings um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

fdi
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