Fehlende Erntehelfer Klöckner will Asylsuchende in der Landwirtschaft einsetzen

Wegen der Coronakrise gilt für viele Saisonkräfte ein Einreisestopp. Agrarministerin Klöckner dringt deshalb darauf, Asylsuchende in der Landwirtschaft zu beschäftigen.
Landwirtschaftsministerin Klöckner bewirbt Vermittlungsportal für Erntehelfer

Landwirtschaftsministerin Klöckner bewirbt Vermittlungsportal für Erntehelfer

Foto: Michael Sohn/ dpa

Normalerweise unterstützen jedes Jahr Tausende ausländische Erntehelfer die deutschen Bauern. Wegen der Coronakrise gilt für die Saisonkräfte jedoch bis auf Weiteres ein Einreisestopp. Die Landwirte brauchen dringend Hilfe. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) dringt daher darauf, dass Asylsuchende rasch dort arbeiten können.

Zusammen mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wolle sie erreichen, Asylsuchenden mit einem Beschäftigungsverbot kurzfristig eine Arbeitsaufnahme in der Landwirtschaft zu ermöglichen, sagte Klöckner den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Viele kommen aus sicheren Herkunftsländern wie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien oder Montenegro und wollen mit anpacken, sich einbringen", sagte die CDU-Politikerin. Sie verwies zudem darauf, dass sich bereits zahlreiche Helfer auf der Plattform www.daslandhilft.de  gemeldet hätten. "Der Ansturm ist riesig - über 30.000 Inserate gab es allein in den ersten fünf Tagen", sagte Klöckner.

Das Vermittlungsportal für Erntehelfer in der Coronakrise war am Dienstag auf der Internetseite www.daslandhilft.de gestartet. Es soll dabei helfen, die Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland zu ersetzen, die wegen der Pandemie nicht nach Deutschland kommen können. Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt das Portal.

Knapp 300.000 Erntehelfer im Jahr im Einsatz

"Ernte und Aussaat lassen sich nicht verschieben wie ein Konzert oder Sportveranstaltungen", hob Klöckner hervor. Aufgrund fehlender Saisonarbeitskräfte seien viele Landwirte daher in Sorge. "Mit einem ganzen Paket an Maßnahmen unterstützen wir sie und versuchen, in Deutschland helfende Hände für den Einsatz auf dem Acker zu gewinnen", sagte die Ministerin.

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Aufs ganze Jahr gerechnet, greift die deutsche Landwirtschaft in knapp 300.000 Fällen auf Saisonarbeitskräfte zurück - in mehr als 90 Prozent kommen diese nicht aus Deutschland. Sie stellen rund ein Drittel der Arbeitskräfte in der Branche insgesamt. Um gegen den Mangel vorzugehen, hat das Kabinett bereits vergangene Woche arbeitsrechtliche Erleichterungen für Agrarbetriebe auf den Weg gebracht (mehr dazu lesen Sie hier).

asc/AFP
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