Fake-Websites NRW stoppt wegen Betrugsverdacht Auszahlung von Soforthilfen

Mit gefälschten Websites wollen Betrüger von der Coronakrise profitieren. Die Masche ist offenbar so gefährlich, dass Behörden in Nordrhein-Westfalen ihre Auszahlungen gestoppt haben - und um Geduld bitten.
Mit Homepages versuchen Betrüger, an die Daten von Unternehmern zu kommen: Not ausgenutzt?

Mit Homepages versuchen Betrüger, an die Daten von Unternehmern zu kommen: Not ausgenutzt?

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Joerg Halisch/ imago images

Das Landeskriminalamt (LKA) stieß im Internet auf prominent platzierte Fake-Websites mit gefälschten Antragsformularen: Nach Hinweisen auf einen Betrugsverdacht hat das Land Nordrhein-Westfalen die Zahlung der Corona-Soforthilfe für Soloselbstständige und Kleinstbetriebe vorerst gestoppt.

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium teilte mit, es sei am Dienstag nach Hinweisen auf Fake-Websites Strafanzeige wegen Betrugs erstattet worden. In Abstimmung mit dem Landeskriminalamt (LKA) sei am Mittwochabend der Stopp verfügt worden . Das LKA hatte demnach festgestellt, dass Betrüger versuchten, über die gefälschten Formulare Daten abzufischen, um diese mutmaßlich für kriminelle Machenschaften zu nutzen.

Das LKA warnte davor , dass "skrupellose Betrüger von der Coronakrise zu profitieren" versuchten. Die Täter würden die Fake-Internetseiten unter anderem prominent über Werbeanzeigen in Suchmaschinen platzieren.

Antragsteller sollen Geduld haben

Das Land habe daraufhin die Bezirksregierungen angewiesen, die weitere Auszahlung auszusetzen. In den kommenden Tagen werde die Ermittlergruppe ihre Recherchen fortsetzen, um betrügerische Anträge zu identifizieren.

Von dem Auszahlungsstopp seien mehrere tausend Antragsteller betroffen, sagte ein Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums. Wann die Zahlungen wieder aufgenommen werden könnten, sei noch nicht abzusehen.

Sowohl der Bund als auch das Land hatten direkte Zuschüsse für Unternehmen beschlossen, deren Geschäft angesichts der Corona-Pandemie leidet oder ganz ausfällt. Betriebe mit bis zu fünf Angestellten können bis zu 9000 Euro beantragen, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten bis zu 15.000 Euro. Mittelgroße Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern können bis zu 25.000 Euro bekommen. In den vergangenen Wochen wurden bereits Hunderttausende Anträge in NRW bewilligt.

Kleinunternehmen und Selbstständige können dem Ministerium zufolge aber weiter die Soforthilfe beantragen. Es solle dafür aber ausschließlich die offizielle Internetseite  genutzt werden Das Ministerium will zeitnah über die weitere Entwicklung informieren. Antragsteller, die auf ihre Überweisung warten, wurden um Geduld gebeten.

apr/AFP/dpa
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