Ausbildung Bundesregierung plant Ausbildungsprämie für Betriebe

Von der Coronakrise gebeutelte Betriebe sollen eine Ausbildungsprämie von bis zu 3000 Euro für jeden in diesem Jahr geschlossenen Lehrvertrag erhalten. Das Kabinett soll die Eckpunkte am Mittwoch beschließen.
Auszubildende feilt an einem Werkstück

Auszubildende feilt an einem Werkstück

Foto: Jan Woitas/ DPA

Die Bundesregierung hat sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters auf eine Ausbildungsprämie von bis zu 3000 Euro verständigt, um einen Einbruch der betrieblichen Ausbildung als Folge der Coronakrise zu vermeiden. Die vom Bildungs-, Wirtschafts- und Arbeitsministerium ausgearbeiteten Eckpunkte sollen am Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden, wie Reuters aus Regierungskreisen erfuhr.

Für das Programm "Ausbildungsplätze sichern" will die Bundesregierung demnach für dieses und das kommende Jahr insgesamt 500 Millionen Euro bereitstellen. Kernstück ist eine Prämie von 2000 oder 3000 Euro für kleine und mittelständische Unternehmen, die "in erheblichem Umfang" von der Krise betroffen sind und dennoch ausbilden. Allein dafür werden in den Eckpunkten bis zu 280 Millionen Euro veranschlagt.

Die Ausbildungsprämie sollen Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten erhalten, die von der Krise stark betroffen sind, die aber dennoch die Zahl ihrer Lehrlinge im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen drei Jahre nicht verringern. Sie erhalten einen Zuschuss von 2000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Lehrvertrag. Wenn sie ihre Ausbildung erhöhen, soll es 3000 Euro für jede zusätzliche Lehrstelle geben. Als besonders betroffen gilt ein Betrieb, in dem es im ersten Halbjahr wenigstens einen Monat Kurzarbeit gab und oder der Umsatz in den Monaten April und Mai um mindestens 60 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten eingebrochen ist.

In die Eckpunkte wurden laut Reuters auch "ausbildende Einrichtungen in den Gesundheits- und Sozialberufen" aufgenommen. Neben der Ausbildungsprämie sehen die Eckpunkte auch Hilfen vor, wenn Kurzarbeit für Lehrlinge vermieden wird oder wenn Auszubildende aus insolventen Betrieben übernommen werden.

Anzahl der Lehrverträge sinkt

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden bisher deutlich weniger Lehrverträge für das im Herbst beginnende Ausbildungsjahr abgeschlossen. Allein im Handwerk liegt die Zahl der von Januar bis Mai vereinbarten Lehrverträge um gut 18 Prozent unter dem Vorjahreswert. "Das liegt nicht nur an der wirtschaftlich angespannten Lage der Betriebe, sondern auch zu einem großen Teil an der Verunsicherung bei vielen Jugendlichen, ob Ausbildung überhaupt stattfindet", sagte Handwerks-Präsident Hans Peter Wollseifer. Derzeit seien knapp 33.000 Handwerks-Lehrstellen noch nicht vergeben.

rwi/Reuters
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