Coronakrise Bereits fast 41 Millionen Amerikaner arbeitslos

Erneut haben in nur einer Woche mehr als 2,1 Millionen Amerikaner Arbeitslosenhilfe beantragt - die Coronakrise trifft den US-Jobmarkt weiter hart. Und die Wirtschaft schrumpft noch stärker als angenommen.
Arbeitsamt in New York (im März): 2,12 Millionen neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe - nur in der vergangenen Woche

Arbeitsamt in New York (im März): 2,12 Millionen neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe - nur in der vergangenen Woche

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John Minchillo/ DPA

Die gute Nachricht ist: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche nicht mehr ganz so stark gestiegen wie zuvor. Die schlechte Nachricht ist: Erneut waren es mehr als zwei Millionen Bürger, die einen Antrag auf staatliche Unterstützung stellten, teilte das US-Arbeitsministerium mit - exakt 2,12 Millionen. In der Vorwoche waren es noch rund 2,4 Millionen Bürger.

Damit sind seit dem 21. März bereits knapp 41 Millionen US-Amerikaner zumindest vorübergehend arbeitslos geworden. In der Woche bis zum 28. März erreichte die Zahl der wöchentlichen Anträge mit 6,86 Millionen einen Höhepunkt. Trotz des Rückgangs in den folgenden Wochen ist der US-Arbeitsmarkt schwer getroffen - das volle Ausmaß wird mit den Arbeitslosenzahlen für den Monat Mai sichtbar werden.

Die Pandemie hat dem jahrelangen Jobboom ein jähes Ende bereitet und Massenarbeitslosigkeit in der weltgrößten Volkswirtschaft ausgelöst. Allein im April wurden 20,5 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft gestrichen - das war der massivste Abbau seit der Zeit der Großen Depression in den Dreißigerjahren. Die Arbeitslosenquote stieg auf 14,7 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Doch das war wahrscheinlich nicht das vollständige Bild der Misere zu diesem Zeitpunkt: Die US-Regierung geht sogar davon aus, dass rund 7,5 Millionen Arbeitslose gar nicht in der Statistik auftauchen.

Wirtschaftsleistung schlechter als geschätzt

Zudem ist die US-Wirtschaft bereits im ersten Quartal des Jahres - also im Zeitraum von Januar bis März - noch stärker eingebrochen als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 5,0 Prozent, wie das Handelsministerium nun mitteilte - in einer ersten Schnellschätzung von Ende April hatte sich lediglich ein Minus von 4,8 Prozent ergeben. Das ist der stärkste Rückgang seit den Jahren der Finanzkrise von 2007 bis 2009.

Nachdem die US-Volkswirtschaft im Januar und Februar noch ordentlich zugelegt hatte, führte der Lockdown mit Geschäfts- und Fabrikschließungen im März zum Einbruch der Konjunktur. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Folgen im Frühjahr noch stärker sichtbar werden. "Ein massiver Absturz des Bruttoinlandsproduktes im zweiten Quartal ist in Stein gemeißelt", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Ein Grund dafür: der massive Jobverlust in den USA. "Gerade die konsumabhängige US-Wirtschaft leidet unter diesem riesigen Heer von Beschäftigungslosen", sagte Gitzel.

Der private Konsum, der mehr als zwei Drittel US-Wirtschaftsleistung ausmacht, ging bereits im ersten Quartal um 6,8 Prozent zurück. Als Wachstumsbremse erwiesen sich auch die Investitionen, die um 7,9 Prozent schrumpften. Die Exporte brachen um 8,7 Prozent ein, die Importe sogar um 15,5 Prozent.

fdi/Reuters