Ifo-Studie Coronakrise könnte Deutschland Hunderte Milliarden Euro kosten

Als Folge der Coronavirus-Pandemie schrumpft die deutsche Wirtschaft Ifo-Berechnungen zufolge im schlimmsten Fall um 20 Prozent. Mehr als eine Million Jobs könnten abgebaut werden.
Porsche-Produktion in Stuttgart: Mehr als sechs Millionen Menschen könnten von Kurzarbeit betroffen sein

Porsche-Produktion in Stuttgart: Mehr als sechs Millionen Menschen könnten von Kurzarbeit betroffen sein

Foto: Sebastian Gollnow/ dpa

Veranstaltungen abgesagt, soziale Kontakte eingeschränkt, Schulen geschlossen: Das Münchner Ifo-Institut hat berechnet , wie sich die umfangreichen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus volkswirtschaftlich auswirken. Demnach könnten die Folgen der Pandemie Deutschland mehr als eine halbe Billion Euro und mehr als eine Million Jobs kosten.

"Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro."

Für einen zweimonatigen Teilstillstand der Wirtschaft errechnet das Ifo-Institut Kosten zwischen 255 und 495 Milliarden Euro. Bei drei Monaten sind es demnach 354 bis 729 Milliarden.

Mehr als sechs Millionen Menschen könnten von Kurzarbeit betroffen sein

Auch am Arbeitsmarkt komme es durch die Krise zu massiven Verwerfungen. "Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten", sagte Fuest. Bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs könnten abgebaut werden, mehr als sechs Millionen Menschen von Kurzarbeit betroffen sein.

Die Krise werde zu Produktionsausfällen von Hunderten Milliarden Euro führen, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit "in die Höhe schnellen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten", heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsforschungsinstituts.

"Es lohnt sich daher, quasi jeden denkbaren Betrag für gesundheitspolitische Maßnahmen einzusetzen", sagte Fuest. "Ziel muss es sein, die Teilschließung der Wirtschaft zu verkürzen, ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beeinträchtigen." Man brauche Strategien, wie die Produktion wieder aufgenommen und die Epidemie gleichzeitig weiter eingedämmt werden könne.

kko/dpa