Coronakrise Norwegischer Staatsfonds verliert 114 Milliarden Euro

1330 Milliarden Kronen, umgerechnet 114 Milliarden Euro, hat der norwegische Staatsfonds in der Coronakrise an Wert eingebüßt. Mit Nicolai Tangen soll nun ein neuer Chef die Alterssicherung des Landes sichern.
Ölplattform vor Norwegens Küste

Ölplattform vor Norwegens Küste

Foto: epa Scanpix Statoil Hydro/Ho/ DPA

"Es gibt besondere Zeiten für eine Gesellschaft, es gibt besondere Zeiten für die Wirtschaft und es gibt besondere Zeiten auf dem Weltfinanzmarkt", sagte Yngve Slyngstad, scheidender Manager des norwegischen Ölfonds dem Sender NRK . Nachdem 2019 ein erstaunlich gutes Jahr mit einer Rendite von fast 20 Prozent gewesen war, folgt in der Coronakrise nun der jähe Absturz.

Der lange mit den sprudelnden Öleinnahmen des Landes gefütterte Staatsfonds Government Pension Fund Global (GPFG) hat seit Jahresbeginn bereits 1330 Milliarden Kronen, umgerechnet 114 Milliarden Euro, an Wert verloren. Er gilt gemessen am verwalteten Vermögen als der weltweit größte seiner Art und hält Beteiligungen an mehr als 9000 Unternehmen in 72 Ländern sowie ein Anleihe-Portfolio und Immobilien.

Die abstürzenden Kurse an den Börsen haben nun auch dem Fonds kräftig zugesetzt. Der Verlust seit Jahresbeginn beläuft sich auf 16,2 Prozent. Die im vergangenen Jahr erzielten Gewinne sind damit nahezu dahin. Im Bereich Aktien büßte der Fonds sogar 22,8 Prozent seines Wertes ein.

Zeitgleich mit diesem Verlust will der 56-jährige Fondsmanager Slyngstad nach knapp zwölf Jahren an der Spitze des Fonds aufhören. Nachfolger wird Nicolai Tangen. Der in London ansässige Fondsverwalter, Jahrgang 1966, gilt als Anlageprofi auf den Finanzmärkten. Tangen sprach laut NRK  von "einer großen Ehre", sich um Norwegen und dessen Ersparnisse kümmern zu dürfen. Er interessiere sich seit seiner Kindheit für Finanzen. Angefangen habe er als Zeitungsausträger und das so verdiente Geld an der Börse investiert.

Norwegens Staatsfonds ist gemessen am verwalteten Vermögen der weltweit größte seiner Art. Trotz der großen Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor des Landes, trennte sich der Fonds frühzeitig von Investitionen in fossile Energien.

apr/Reuters
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