IfW-Präsident Felbermayr zur Konjunktur "Ein Impfstoff ändert alles"

Ein vielversprechender Test für einen Corona-Impfstoff verbessert Deutschlands wirtschaftliche Aussichten. Der Ökonom Gabriel Felbermayr hofft auf ein kräftiges Plus für 2021.
Containerterminal im Hamburger Hafen

Containerterminal im Hamburger Hafen

Foto: Axel Heimken/ picture alliance/dpa

Die Aussicht auf einen bald verfügbaren Corona-Impfstoff kann dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge der deutschen Konjunktur auf die Sprünge helfen. "Ein wirksamer und nebenwirkungsarmer Impfstoff ändert alles", sagt IfW-Präsident Gabriel Felbermayr.

Wenn damit zunächst die Risikopersonen effektiv geschützt werden, könnte man den sozialen Konsum an vielen Stellen wiederbeleben, zum Beispiel im Kulturbereich, in der Gastronomie oder dem Beherbergungsgewerbe. Sobald die deutsche Bevölkerung zu 50 bis 60 Prozent durchgeimpft sei, wären wohl gar keine Einschränkungen mehr notwendig, hieß es.

Bisher geht das IfW davon aus, dass die Pandemie ab Frühjahr 2021 erfolgreich zurückgedrängt werden kann. Dann wäre 2021 ein Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens in Deutschland von vier bis fünf Prozent möglich. "Das Eintreten dieser Annahme wird nun zusehends realistischer", sagt Felbermayr. "Die Voraussetzung ist, dass der Impfstoff auch tatsächlich für viele Hunderte Millionen Menschen weltweit produziert und verabreicht werden kann."

Positive Ergebnisse bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs haben weltweit die Hoffnung auf eine erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie geschürt. Biontech und Pfizer sind die weltweit ersten Unternehmen, die erfolgreiche Daten aus der für eine Zulassung entscheidenden Studie mit einem Corona-Impfstoff vorgelegt haben. Sie wollen 2020 weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen herstellen und 2021 bis zu 1,3 Milliarden. 

ssu/Reuters
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