Millionenschwerer Steuerbetrug Bundesweite Durchsuchungen im Cum-Ex-Skandal

Razzien im Cum-Ex-Skandal: Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat gemeinsam mit den hessischen Steuerfahndungsstellen bundesweit sieben Wohnungen und fünf Geschäftsräume durchsucht.

Die Frankfurter Behörden ermitteln im Cum-Ex-Skandal
Ralph Peters/ imago images

Die Frankfurter Behörden ermitteln im Cum-Ex-Skandal


In einem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gemeinsam mit den hessischen Steuerfahndungsstellen bundesweit insgesamt zwölf Objekte durchsucht. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main in einem Schreiben mit.

Durchsucht wurden sieben Wohnungen von Beschuldigten und fünf Geschäftsräume verschiedener Unternehmen in Hessen (sechs Wohnungen und fünf Geschäftsräume) und Bayern (eine Wohnung). Zeitgleich wurde ein Objekt in den Niederlanden (eine Wohnung) durch niederländische Einsatzkräfte durchsucht.

Die sechs Beschuldigten sollen in den Jahren 2008 und 2009 als Mittäter Aktiengeschäfte um den Dividendenstichtag mit einem Investitionsvolumen im dreistelligen Millionenbereich getätigt haben.

Sie ließen sich dann Steuern erstatten, die tatsächlich nie gezahlt wurden. Aufgrund falscher Bescheinigungen sollen Steuererstattung von insgesamt 53,3 Millionen Euro ausgezahlt worden sein. Das Geld sei mittlerweile an die Finanzbehörden zurückgezahlt worden.

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Cum und Ex: Vereinfachtes Modell eines Dividendendeals


An dem bundesweiten Einsatz waren 6 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte der Eingreifreserve und über 100 Beamtinnen und Beamte der Steuerfahndungsstellen aus Hessen und Bayern beteiligt.

flg/Reuters

insgesamt 29 Beiträge
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bernteone 19.11.2019
1. Spät aber immerhin
reagiert die Justitz , da mußte erst der Schäuble weg bevor die Steuerbehörden aktiv werden durften . Was den Mann als Finanzminister qualifiziert hat ist mir ein Rätsel nachdem er mit einem.Koffer voller Schwarzgeld aufgeflogen ist mit anschließender Amnesie . Vieles in seiner Amtszeit diente einzig und allein dem Schutz von Steuerhinterzieher . Hoffentlich bekommen die Behörden noch einiges von dem Milliarden gestohlen Geldes zurück .
larsmach 19.11.2019
2. Keine "Sozial-Schmarotzer"!? - Langweilig!
Themen zu Hütchenspielereien zwecks Betrug ("Cum ex", "cum cum"), bei denen das Eigentum an Aktien verschleiert wurde, um unsere Finanzämter um Millionen und insgesamt Milliarden (!) zu betrügen, erfreuen sich beim Publikum erstaunlich geringer Aufmerksamkeit, wie mir regelmäßig anhand der Länge von Kommentarlisten und bei öffentlichen Diskussionen auffällt... zumindest im Vergleich zu Aufregerthemen wie "Grundrente", "Sozialhilfe" usw.. Sobald es um ein paar Extra-Kröten für den Nachbarn oder den seit einer Entlassung arbeitslosen Facharbeiter geht, dreht der kleine Mann voll auf und applaudiert, wenn Inspektoren die Zahl von Zahnbürsten und den Zustand der Bettwäsche bei Empfängern von Grundsicherung prüfen. "Kürzen, kürzen, kürzen" - ganz gleich, ob Menschen, die von Unternehmern wir mir leider nicht weiterbeschäftigt werden können, in schwierige persönliche Situationen hineinrutschen. Wenn "die Großen" unseren Staat - uns alle! - um Milliarden betrügen, ist das "kompliziert", und es wird rasch zum Sportteil der Zeitung weitergeblättert: "Nach oben buckeln, nach unten treten". Der Trick funktioniert übrigens auch bei Lobbyarbeit zur Abwehr fairer (Umsatz-)Besteuerung aller gewinnorientierten Umsätze in Deutschland, wobei sich "der kleine Mann" gerne vor den Karren von Nutznießern spannen lässt.
rosselfee1 19.11.2019
3. endlich
bewegt man sich, dass die vermeintlich Kleveren verfolgt werden. Im Grunde müßten die längst gesiebte Luft atmen. Aber besser spät als nie!!
tkedm 19.11.2019
4.
Zitat von bernteonereagiert die Justitz , da mußte erst der Schäuble weg bevor die Steuerbehörden aktiv werden durften . Was den Mann als Finanzminister qualifiziert hat ist mir ein Rätsel nachdem er mit einem.Koffer voller Schwarzgeld aufgeflogen ist mit anschließender Amnesie . Vieles in seiner Amtszeit diente einzig und allein dem Schutz von Steuerhinterzieher . Hoffentlich bekommen die Behörden noch einiges von dem Milliarden gestohlen Geldes zurück .
Das ist schlicht eine Lüge. Die Ermittlungen bezüglich Cum-Ex insgesamt laufen schon seit mehr als 2 Jahren. Informieren Sie sich doch bitte erst einmal, bevor Sie solche Behauptungen aufstellen. Ich weiß auch spontan gar nicht, inwiefern konkret Herr Schäuble für diesen Steuermissbrauch verantwortlich sein soll? Im Übrigen: Durchsuchungen erfolgen immer erst, wenn Verdachtsfälle bestehen. Und diese treten in der Regel immer erst im Laufe der Ermittlungen auf - logisch oder?
christoph.bohr 19.11.2019
5. Schaden in Millionen oder Milliarden ???
in der Tagesschau vom 04.09.2019 wurde getitelt: "Straffrei trotz Milliardenschaden"
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