Steuern für Schienen Dänemark schröpft Ölfirmen für den Nahverkehr

Dänemark hat einen Weg gefunden, die Modernisierung seines Schienennetz zu finanzieren: Die Regierung erhöht für Unternehmen, die in der Nordsee Öl fördern, die Steuern. Von den Einnahmen sollen alle Dänen profitieren, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen - der größte Konzern aber wird geschont.
Ölplattform in der Nordsee: Abgabe für die Schienen-Modernisierung

Ölplattform in der Nordsee: Abgabe für die Schienen-Modernisierung

Foto: A3131 epa Scanpix Hagen/ dpa

Kopenhagen - Die Infrastruktur eines Landes zu modernisieren ist teuer, schon der Erhalt vor allem des Schienennetzes und des öffentlichen Nahverkehrs kostet viel Geld. Dänemark will jetzt jene Firmen dafür zur Kasse bitten, die für die Ausbeutung fossiler Brennstoffe stehen: Die Ölkonzerne.

Die Regierung in Kopenhagen erhöht die Steuern für Unternehmen, die in der Nordsee Öl fördern, und finanziert damit die Renovierung seines Schienennetzes. Die Steuereinnahmen sollen in einen neu geschaffenen Schienenfonds fließen, wie Finanzminister Holger K. Nielsen am Freitag mitteilte. Aus diesem Fonds werde der Staat dann Verbesserungen der öffentlichen Infrastruktur finanzieren, was allen Dänen zugutekäme, die täglich öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Die Steuern müssen allerdings vor allem kleinere Unternehmen zahlen, wie beispielsweise der Energiekonzern Dong. Der Ölkonzern DUC, der das meiste dänische Öl fördert, bleibt dagegen verschont: Mit DUC hat die Regierung bereits ein Steuerabkommen geschlossen, das nach ihren Angaben nicht geändert werden kann. DUC (Danish Underground Consortium) gehört zu rund 31 Prozent dem Konzern Moeller-Maersk, knapp 37 Prozent hält der britische Ölkonzern Shell, 12 Prozent der US-Konzern Chevron, einen Anteil von weiteren 20 Prozent hält der staatliche Nordseefonds.

Verkehrsminister Henrik Dam Kristensen kündigte an, das Schienennetz des Landes werde so bald wie möglich elektrifiziert. Die Züge der Zukunft führen elektrisch. Dieselzüge aus Italien aus dem Jahr 2000 hatten wegen Bremsproblemen und schädlicher Abgase aus dem Verkehr gezogen werden müssen.

nck/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.