Hoffnung im Ukrainekrieg Dax steigt um acht Prozent

Die offenbar wachsenden Chancen auf eine diplomatische Annäherung von Russland und der Ukraine haben an den Börsen ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Der deutsche Leitindex stieg besonders stark.
Börse in Frankfurt

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Arne Dedert / dpa

Die Hoffnung auf eine Annäherung der Kriegsparteien Russland und Ukraine hat den deutschen Aktienmarkt nach oben katapultiert. Der Dax machte mehr als tausend Punkte gut, der deutsche Leitindex schloss auf seinem Tageshoch mit einem Plus von 7,9 Prozent bei 13.847 Punkten. Es war der höchste prozentuale Tagesgewinn des Börsenbarometers seit knapp zwei Jahren. Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Mittwoch um 6,7 Prozent auf 30.043 Punkte aufwärts.

Laut dem Kreml strebt Russland keinen Machtwechsel mehr in der Ukraine an. Diese wiederum hatte zuvor die Bereitschaft über Verhandlungen über einen Neutralitätsstatus signalisiert. Am Donnerstag wollen sich der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Kollege Dmytro Kuleba zu Gesprächen in der Türkei treffen.

In Europa kam es ebenfalls zu kräftigen Kursanstiegen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 7,4 Prozent auf 3766 Punkte. Der Pariser Leitindex rückte um 7,1 Prozent vor. In den USA war der Dow Jones ebenfalls deutlich im Plus.

Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Onlinebroker ThinkMarkets sprach von einer »Bärenmarkt-Rallye«. Dabei griffen nach einem Kursrutsch erste Schnäppchenjäger zu, wodurch Investoren, die auf eine Fortsetzung der Talfahrt gesetzt hätten, zur Auflösung ihrer Wetten gezwungen würden. Sobald dies geschehen sei und die Kurserholung an Schwung verliere, setzten die Verkäufe aber meist wieder ein.

Der Euro machte einen großen Sprung nach oben und notierte zuletzt bei 1,1077 Dollar. Die Ölpreise gaben deutlich nach: Der Preis für die US-Sorte WTI stürzte um knapp 20 Prozent auf 103 Dollar je Barrel (159 Liter) ab. Zuvor hatten sich die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak offen für eine Ausweitung ihrer Produktion gezeigt, um dem aktuellen Angebotsengpass entgegenzuwirken.

Allein die Emirate könnten rasch 800.000 Barrel pro Tag zusätzlich auf den Markt bringen, sagte Bob Yawger, Manager bei der Investmentbank Mizhuo. »Damit bringen sie uns ein Siebtel des Weges voran beim Ersatz des russischen Angebots.«

ssu/dpa
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