Defizit 2013 Deutschland schreibt wieder rote Zahlen

Deutschland rutscht ins Minus. Das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen lag 2013 bei 0,1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Im Vorjahr hatte die öffentliche Hand noch einen kleinen Überschuss erwirtschaftet.
Finanzminister Schäuble: 2014 Überschuss von 0,5 Prozent möglich

Finanzminister Schäuble: 2014 Überschuss von 0,5 Prozent möglich

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Berlin - Der deutsche Staat hat 2013 wieder ein Defizit verbucht. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung gaben zusammen 1,7 Milliarden Euro mehr aus, als sie einnahmen. Dies entspricht einem Defizit von 0,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), teilte das Statistische Bundesamt mit. 2012 hatte es noch einen Überschuss von 0,1 Prozent gegeben.

Ein Grund für das Minus in den Staatskassen ist auch das schwächste Wirtschaftswachstum seit dem Rezessionsjahr 2009. Den amtlichen Statistikern zufolge legte das BIP in Deutschland im vergangenen Jahr nur um 0,4 Prozent zu. 2012 hatte es noch zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht, 2011 waren es sogar 3,3 Prozent.

Dennoch war das Defizit in den Staatshaushalten im Jahr 2011 mit 0,8 Prozent der Wirtschaftsleistung noch wesentlich höher ausgefallen als im vergangenen Jahr. Für 2014 hält die Bundesbank sogar einen Überschuss von knapp 0,5 Prozent für möglich.

Neuverschuldung bei 22, 1 Milliarden Euro

Steuerschätzer rechnen für das laufende Jahr mit einer positiven Bilanz. "Konjunkturbedingt dürfte der Haushaltsüberschuss weiter steigen", sagte Götz Zeddies vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), der im amtlichen Arbeitskreis Steuerschätzung sitzt. "Die Steuereinnahmen werden kräftig zulegen - vor allem wegen der wachsenden Beschäftigung, ordentlicher Lohnerhöhungen und der zunehmenden Konsumausgaben."

Auch Volkswirte gehen für 2014 von einer deutlich stärkeren Konjunktur aus. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, beziffert das erwartete Wachstum für 2014 auf 1,7 Prozent. "Die deutsche Wirtschaft fährt nicht mehr nur auf zwei Zylindern, sondern auf allen vier Zylindern. Unsere Konjunktur wird noch einige Jahre besser laufen als der Rest des Euro-Raums", sagte Krämer. Christian Schulz von der Beerenberg Bank rechnet gar mit einem Wachstum von 2,2 Prozent.

Das Finanzministerium meldete am Mittwoch, dass der Bund im vergangenen Jahr 22,1 Milliarden Euro neue Schulden aufgenommen hat. Damit sei die Nettokreditaufnahme um drei Milliarden Euro geringer ausgefallen als die Summe, die der Bundestag genehmigt hatte.

fdi/cte/Reuters/dpa
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