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Tarifkampf Bahngewerkschaft droht mit längeren Streiks

Auf Bahnreisende könnten nach den Weihnachtsferien längere Streiks zukommen. Immerhin signalisiert die Gewerkschaft GDL inzwischen bei ihrer Kernforderung ein wenig Kompromissbereitschaft.
Zugbegleiterin auf Bahngleis: Neue Ausstände ab Januar?

Zugbegleiterin auf Bahngleis: Neue Ausstände ab Januar?

Foto: Andreas Arnold / dpa

Die Lokführergewerkschaft GDL hat neue Bahnstreiks nach den Weihnachtsferien in Aussicht gestellt. »Ab dem 8. Januar sollte man mit längeren Arbeitskämpfen rechnen«, sagte GDL-Chef Claus Weselsky der »Augsburger Allgemeinen«. Die Bahnreisenden müssten sich zwar vorerst nicht auf einen unbefristeten Streik einstellen, jedoch auf längeren Stillstand als bisher.

Weselsky warf DB-Personalvorstand Martin Seiler vor, bislang nicht über die Kernforderung der GDL – die Absenkung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden für Beschäftigte im Schichtdienst – verhandeln zu wollen. »Wir werden die Blockadehaltung der Bahn aufbrechen«, sagte der GDL-Chef. »Wenn Herr Seiler nicht mit uns verhandelt, stellt sich die Machtfrage.« Seiler sei ein »Schauspieler«. »Mit so einem zu verhandeln, ist schwierig.«

Zugleich zeigte sich Weselsky bei einer möglichen Umsetzung dieser Forderung etwas kompromissbereiter. »Man könnte etwa 2025 starten und die Wochenarbeitszeit schrittweise bis 2028 von 38 auf 35 Stunden verringern«, sagte er. Dazu verlangt die GDL 555 Euro mehr Lohn im Monat und eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro.

Die Lokführer hatten zuletzt am vergangenen Freitag bundesweit einen Warnstreik abgehalten. Derzeit läuft eine Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder, um ab Januar häufiger und länger zu streiken. Das Ergebnis soll am 19. Dezember verkündet werden.

»Ich rechne mit einer hohen Zustimmung für einen Arbeitskampf, also deutlich mehr als die notwendigen 75 Prozent«, sagte Weselsky. »Bislang haben wir ja nur zwei Mal zu 24-stündigen Warnstreiks aufgerufen.«

ssu/AFP/dpa

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