Keine Auskunft für US-Demokraten Deutsche Bank verweigert Informationen zu Trumps Krediten

Donald Trump soll in Russland-Geschäfte verstrickt sein, und die Deutsche Bank ist einer der größten Gläubiger des US-Präsidenten. Doch zu dieser Beziehung schweigt das Institut - Bankgeheimnis.

Deutsche-Bank-Niederlassung
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Die Deutsche Bank will dem Kongress der USA keine Einsicht in die Geschäftsbeziehungen zu ihrem Kunden Donald Trump geben. Eine entsprechende Forderung demokratischer Abgeordneter lehnten die Anwälte des Geldhauses mit Verweis auf die Vertraulichkeit der Informationen ab. Das geht aus einem Brief hervor, den die Bank veröffentlichte. US-Recht verbiete es, Details offenzulegen. "Wir müssen das Gesetz beachten", heißt es in dem Schreiben.

Die Beziehungen zwischen dem US-Präsidenten und der Bank sorgen schon länger für Ärger. Die Deutsche Bank gehört zu Trumps größten Gläubigern. Demokraten des Finanzausschusses im US-Repräsentantenhaus hatten Deutsche-Bank-Chef John Cryan Ende Mai in einem Brief aufgefordert, Klarheit über Geschäfte mit Trump zu schaffen. Die Abgeordneten verwiesen auch auf Berichte, wonach die Trump-Unternehmen der Deutschen Bank Chart zeigen insgesamt 340 Millionen Dollar schuldeten.

Der Kongress wisse bislang nicht, ob die Darlehen des Instituts für Trump und seine Familie durch Bürgschaften der russischen Regierung abgesichert worden seien "oder in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung standen", hieß es in dem Brief. Die Politiker setzten Cryan eine Frist bis zum 2. Juni und verlangten zudem Einsicht in interne Dokumente der Bank.

Hintergrund der Anfragen der Demokraten ist Trumps sogenannte Russlandaffäre. In ihr geht es um mögliche illegale Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam des Republikaners und der russischen Regierung. Die Affäre wird von mehreren Kongressausschüssen sowie von einem Sonderermittler untersucht. Trump bezeichnet die Vorwürfe als "Hexenjagd" und bestreitet Absprachen mit Moskau vor seinem Amtsantritt.

Erst kürzlich hatte sich die Deutsche Bank zudem mit US-Behörden auf einen Vergleich in der russischen Geldwäscheaffäre geeinigt. Kunden des Geldinstituts sollen über die Finanzplätze Moskau, New York und London rund zehn Milliarden Dollar an Rubel-Schwarzgeld aus Russland gewaschen haben.

apr/dpa/AFP



insgesamt 18 Beiträge
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nickleby 09.06.2017
1. Fordern kann man viel
Natürlich wäre es interessant zu wissen, wie weit die Beziehungen zwischen Präsident Trump und der Deutschen Bank gehen. Aber da gibt es das Bankgeheimnis, das dem entgegensteht. Im Rechtsstaat darf man keine Gesetz brechen.
Bueckstueck 09.06.2017
2. Kein Wunder
Die derzeit kriminellste Grossbank der Welt will natürlich nicht, dass möglicherweise was unangenehmes über einen Gross-Schuldner rauskommt. Es könnte ja auch was dabei sein, dass der DB nicht zur Ehre gereicht. Praktisch, dieses Bankgeheimnis. Witzig auch, dass hier gleich einige Foristen das goutieren. Das Bankgeheimnis gilt schliesslich nur was in Deutschland. Wenn Deutsche ihr Geld im Ausland verstecken, soll das aber gefälligst nicht mehr gelten.
mk1964 09.06.2017
3.
Zitat von BueckstueckDie derzeit kriminellste Grossbank der Welt will natürlich nicht, dass möglicherweise was unangenehmes über einen Gross-Schuldner rauskommt. Es könnte ja auch was dabei sein, dass der DB nicht zur Ehre gereicht. Praktisch, dieses Bankgeheimnis. Witzig auch, dass hier gleich einige Foristen das goutieren. Das Bankgeheimnis gilt schliesslich nur was in Deutschland. Wenn Deutsche ihr Geld im Ausland verstecken, soll das aber gefälligst nicht mehr gelten.
Nein, das Bankgeheimnis gilt nicht nur in Deutschland sondern auch in den USA. Geschäfte eines US-Amerikaners mit der US-amerikanischen Filiale der Deutschen Bank unterliegen natürlich den Gesetzen der USA. In dem Fall geht es um amerikanisches Recht und nicht um deutsches Recht. Lustig ihr Hinweis "Wenn Deutsche ihr Geld im Ausland verstecken". Trumps Vorfahren kamen (zum Teil) aus Deutschland, er ist aber gebürtiger US-Amerikaner.
peter-11 09.06.2017
4.
Im Artikel wird aus dem Schreiben der DB zitiert: "... US Recht verbietet ..." Hat demnach nichts mit dem hiesigen Bankgeheimnis zu tun.
Marut 09.06.2017
5. Bankgeheimnis als Vernebelung
Unter dem Vorwand des Bankgeheimnisses hilft die Deutsche Bank aktiv mit zu vernebeln, in welcher Anhängigkeit Donald Trump seine Entscheidungen trifft. Wer eine solche Position bekleidet, wie Trump, und nicht bereit ist, seine Steuererklärung zu veröffentlichen, nicht bereit ist, wem er noch so alles verpflichtet ist ausser dem Volk, dass ihn gewählt hat, sollte erstmal unterstellt werden, dass man seinen Entscheidungen grundsätzlich nicht trauen darf. Wer mehr Vertrauen will, muß es sich erst einmal verdienen, muß erstmal liefern, ansonsten ist eine profilaktische Mistrauensunterstellung erst einmal angesagt.
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