Keine Auskunft für US-Demokraten Deutsche Bank verweigert Informationen zu Trumps Krediten

Donald Trump soll in Russland-Geschäfte verstrickt sein, und die Deutsche Bank ist einer der größten Gläubiger des US-Präsidenten. Doch zu dieser Beziehung schweigt das Institut - Bankgeheimnis.
Deutsche-Bank-Niederlassung

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Foto: Mark Lennihan/ AP

Die Deutsche Bank will dem Kongress der USA keine Einsicht in die Geschäftsbeziehungen zu ihrem Kunden Donald Trump geben. Eine entsprechende Forderung demokratischer Abgeordneter lehnten die Anwälte des Geldhauses mit Verweis auf die Vertraulichkeit der Informationen ab. Das geht aus einem Brief hervor, den die Bank veröffentlichte. US-Recht verbiete es, Details offenzulegen. "Wir müssen das Gesetz beachten", heißt es in dem Schreiben.

Die Beziehungen zwischen dem US-Präsidenten und der Bank sorgen schon länger für Ärger. Die Deutsche Bank gehört zu Trumps größten Gläubigern. Demokraten des Finanzausschusses im US-Repräsentantenhaus hatten Deutsche-Bank-Chef John Cryan Ende Mai in einem Brief aufgefordert, Klarheit über Geschäfte mit Trump zu schaffen. Die Abgeordneten verwiesen auch auf Berichte, wonach die Trump-Unternehmen der Deutschen Bank   insgesamt 340 Millionen Dollar schuldeten.

Der Kongress wisse bislang nicht, ob die Darlehen des Instituts für Trump und seine Familie durch Bürgschaften der russischen Regierung abgesichert worden seien "oder in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung standen", hieß es in dem Brief. Die Politiker setzten Cryan eine Frist bis zum 2. Juni und verlangten zudem Einsicht in interne Dokumente der Bank.

Hintergrund der Anfragen der Demokraten ist Trumps sogenannte Russlandaffäre. In ihr geht es um mögliche illegale Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam des Republikaners und der russischen Regierung. Die Affäre wird von mehreren Kongressausschüssen sowie von einem Sonderermittler untersucht. Trump bezeichnet die Vorwürfe als "Hexenjagd" und bestreitet Absprachen mit Moskau vor seinem Amtsantritt.

Erst kürzlich hatte sich die Deutsche Bank zudem mit US-Behörden auf einen Vergleich in der russischen Geldwäscheaffäre geeinigt. Kunden des Geldinstituts sollen über die Finanzplätze Moskau, New York und London rund zehn Milliarden Dollar an Rubel-Schwarzgeld aus Russland gewaschen haben.

apr/dpa/AFP