Steigende Lebenserwartung 19,6 Jahre im Schnitt - Deutsche bekommen immer länger Rente

Die Menschen in Deutschland werden immer älter und erhalten immer länger Rente. Die Rentenkassen geraten dadurch unter Druck. Der CDU-Wirtschaftsrat fordert deshalb, dass die Bürger länger arbeiten als jetzt.
Rentner auf einer Parkbank

Rentner auf einer Parkbank

Foto: Arno Burgi/ dpa

De Lebenserwartung der Deutschen steigt seit Jahrzehnten an. Das wirkt sich auch auf die Renten aus: Innerhalb der vergangenen 20 Jahre stieg die durchschnittliche Dauer des Rentenbezugs um 3,6 auf 19,6 Jahre, wie Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen. Das durchschnittliche Alter, bis zu dem die Rente gezahlt wird, lag im vergangenen Jahr bei 79,5 Jahren. Männer haben ihre Rente im Schnitt bis 77,1 Jahre, Frauen bis 81,8 Jahre erhalten.

Seit 1960 hat sich die Bezugszeit sogar fast verdoppelt: Damals bekamen die Menschen im Schnitt noch 9,9 Jahre Rente. "Die Rentnerinnen und Rentner profitieren erheblich von den längeren Rentenlaufzeiten", sagte Annelie Buntenbach vom Deutschen Rentenversicherung bei der Vorstellung der Zahlen. Innerhalb der vergangenen Jahrzehnte habe sich die Rentenleistung deshalb insgesamt deutlich erhöht.

Dass immer länger Renten gezahlt werden, hat auch Auswirkungen auf die aktuelle Rentenreformdebatte. In den kommenden Jahren gehen nämlich immer mehr ältere Arbeitnehmer aus den geburtenstarken Babyboomer-Jahrgängen in den Ruhestand. Die Rentenkasse dürfte so immer mehr unter Druck geraten.

"Wir müssen den Leuten jetzt die Wahrheit sagen"

Der CDU-Wirtschaftsrat hat deshalb die Union aufgerufen, in einer möglichen neuen Großen Koalition die Bürger auf eine längere Lebensarbeitszeit einzustimmen. "Wir müssen den Leuten jetzt die Wahrheit sagen", sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger der "Rheinischen Post". "Die Menschen müssen länger arbeiten als jetzt, sonst wird es nicht gehen." Wirtschaftspolitiker der Union hatten immer wieder gefordert, dass die Menschen bei längerem Rentenbezug und weniger Beitragszahlern künftig auch über das 67. Lebensjahr hinaus arbeiten müssten.

Die Menschen würden immer älter, aber der Rentenbeitrag könne nicht erhöht und das Renteneintrittsalter, das in den nächsten Jahren auf 67 Jahre ansteigen wird, nicht gesenkt werden, sagte Steiger. "Das würde alle überfordern." Im Jahr 2021 müssten mehr als hundert Milliarden Euro an Steuermitteln für die Rente aufgebracht werden. Daher seien eine Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung und das freiwillige längere Arbeiten nötig.

Die SPD hingegen will das Rentenniveau sichern und perspektivisch anheben. Eine neue Solidarrente soll Geringverdiener zudem besser vor einem Abrutschen in Altersarmut schützen.

hej/dpa/AFP
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