Gute Konjunktur Bruttoeinkommen steigen um drei Prozent

Vom Wirtschaftswachstum haben auch die deutschen Arbeitnehmer profitiert: Die Durchschnittslöhne steigen. Vor allem eine gute Ausbildung zahlt sich aus.
Mitarbeiter arbeitet an Generatoren

Mitarbeiter arbeitet an Generatoren

Foto: Waltraud Grubitzsch / DPA

Die Bruttoverdienste sozialversicherungspflichtig Beschäftigter sind 2018 im Vergleich zu 2017 um knapp drei Prozent gestiegen. Das geht aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Demnach hatte der sogenannte Medianlohn 2017 noch bei 3209 Euro gelegen, im vergangenen Jahr lag er nun bei 3304 Euro.

Der Medianlohn (oder der "mittlere Lohn") ist der Lohn genau in der Mitte - 50 Prozent der Arbeitnehmer verdienen weniger, 50 Prozent verdienen mehr. Um den Durchschnittslohn zu berechnen, werden hingegen alle einzelnen Löhne addiert und dann durch die Anzahl der Arbeitnehmer geteilt - die hohen Verdienstsprünge bei den oberen Einkommensklassen sorgen dafür, dass der Durchschnittslohn wesentlich höher liegt als der Medianlohn.

Grund für die Zunahme ist nach Einschätzung einer BA-Statistikexpertin neben der Erhöhung der Tarifgehälter auch ein wachsender Anteil gut qualifizierter Beschäftigter, die in der Regel höhere Bruttoeinkommen beziehen.

Die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen bestehen derweil fort: Während das mittlere Bruttogehalt von Männern 2018 bei 3468 Euro lag, betrug es bei Frauen lediglich 3014 Euro.

Wolfsburger verdienen am meisten, Görlitzer am wenigsten

Die jüngste Statistik zeigt auch, dass sich eine gute Ausbildung beim Bruttogehalt auszahlt: So brachten es Beschäftigte mit einem akademischen Abschluss 2018 im Mittel (Medianwert) auf ein monatliches Bruttoeinkommen von 5113 Euro. Beschäftigte ohne Berufsabschluss mussten sich hingegen mit 2461 Euro zufriedengeben.

Unter allen Bundesländern beziehen die Arbeitnehmer in Hamburg die höchsten Einkommen: Ihr Verdienst betrug im Mittel 3718 Euro im Monat. In diesem Stadtstaat werden statistisch höhere Einkommen als in normalen Bundesländern erzielt, weil es dort besonders viele Arbeitsplätze für Qualifizierte mit hohem Verdienst gibt.

Doch auch in anderen Bundesländern gibt es Städte mit hohen Einkommen, weil sich dort große Industriebetriebe angesiedelt haben: So verdienen Arbeitnehmer in Ingolstadt (Audi) im Mittel 4897 Euro und in Wolfsburg (VW) 4893 Euro.

Im Osten sind die Löhne und Gehälter generell niedriger. Dort finden sich die Städte mit den niedrigsten Medianlöhnen, wie Görlitz (2272 Euro), der Erzgebirgskreis (2301 Euro) oder der Kreis Vorpommern-Rügen (2303 Euro).

hej/dpa