Studie von Euler Hermes Deutschen Exporteuren drohen bei Brexit Insolvenzen

Deutsche Exporteure wären große Verlierer eines EU-Austritts Großbritanniens. Der Kreditversicherer Euler Hermes erwartet sogar Insolvenzen. Unterdessen verliert die britische Wirtschaft an Fahrt.

Die City of London
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Die City of London


Weniger Exporte, mehr Firmenpleiten: Deutsche Unternehmen hätten unter einem Austritt Großbritanniens aus der EU zu leiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Kreditversicherers Euler Hermes. "Die deutschen Exporteure wären mit Abstand die größten Verlierer eines Brexits", sagte der Chef von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Ron van het Hof. Chinesische und niederländische Exporteure würden bis 2019 - im schlimmsten Fall - jeweils rund 3,2 Milliarden Euro an Ausfuhren verlieren. "Bei den Deutschen wären es allerdings mehr als doppelt so viele."

Allein die hiesige Autoindustrie würde zwei Milliarden Euro weniger einnehmen, die Maschinenbauer und die Chemiebranche jeweils rund eine Milliarde. Das würde schwerwiegende Folgen haben. "Wir erwarten für diesen Fall allein durch den Brexit einen Anstieg der Insolvenzen in Deutschland um zusätzlich rund 1,2 Prozentpunkte", sagte van het Hof.

Am 23. Juni stimmen die Briten über den Verbleib in der EU ab. Großbritannien ist nach den USA und Frankreich der drittwichtigste Absatzmarkt für die deutschen Exporteure - weit vor China.

Britische Wirtschaft verliert Schwung

Einen Monat vor dem Referendum hat die britische Wirtschaft unterdessen an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Januar bis März nur noch um 0,4 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt ONS mitteilte. Im vierten Quartal 2015 war die britische Wirtschaft noch um 0,6 Prozent gewachsen.

Der britische Regierungschef David Cameron und sein Finanzminister George Osborne hatten vor den wirtschaftlichen Folgen eines EU-Austritts gewarnt. Die beiden stellten eine Studie zu den Auswirkungen auf die britische Wirtschaft vor. Das Ergebnis:Ein Brexit würde Großbritannien 500.000 Jobs kosten. "Es wäre eine hausgemachte Rezession", sagte Cameron. Die Entscheidung für einen Brexit würde einen "sofortigen und heftigen Schock" für die britische Wirtschaft hervorrufen, sagte Osborne.

Das Land verlöre bei einem Brexit den Zugang zu 58 Ländern, mit denen die EU entweder den Wegfall von Zöllen oder sehr niedrige Kosten vereinbart habe, warnte die Welthandelsorganisation WTO zuletzt. Die Handelsbeziehungen müssten komplett neu aufgestellt werden. "Es ist extrem schwierig und komplex, diese Abkommen zu verhandeln", so WTO-Chef Roberto Azevedo. "Und es ist sehr langwierig."

kig/asa/dpa/Reuters



insgesamt 45 Beiträge
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frenchie3 26.05.2016
1. Bisber hat mir noch keiner erklärt
warum die deutsche Wirtschaft so viele Verluste machen soll? Werden die Zölle so hoch daß man nichts mehr verkaufen kann? Das halbe Kilo zu teuer? Bisher kennt doch noch niemand die künftigen Konditionen??
Ichbines2 26.05.2016
2. Brexit
wird selbstverständlich nicht kommen. Die Märkte brauchen tagtäglich sowohl gute Meldungen (z.B. Weltwirtschaft zieht wieder an, IFO gestiegen und so einen Quark) wie auch schlechte Meldungen (z.B. Brexit-Ängste, Griechenland-Angst anderer Quark). Je nachdem, wie die Spekulanten die Märkte treiben wollen um die Kleinanleger in die irre zu führen und abzuzocken, betonen sie ein paar Tage die einen und ein paar andere Tage die anderen Meldungen. Casino eben!
josho 26.05.2016
3. Spätestens jetzt hat der Kreuzzug....
....gegen die Brexit Befürworter offiziell begonnen. Man darf gespannt sein, was da noch alles kommt. Doch viele Briten lassen sich nicht beirren. Sie spüren längst, dass sie einem Verbleib in der EU einem Moloch ausgeliefert sind, der bei einem möglichen Untergang auch die Insel mit sich reißt. Sie werden es sich gut überlegen.
hapebo 26.05.2016
4. Aus, Schluss, vorbei.....
Siehste, deswegen wollte uns Adolf anno 1940 rübermachen und diese Insel im Atlantik dem deutschen Reich einverleiben, dann gäbe es dieses Thema nicht und nu haben wir den Salat, jetzt gehen wir Pleite und wer ist Schuld - Churchill -.
chrutchfield 26.05.2016
5. Nach dem vorhergesagten möglichen Krieg...
... (Cameron vor etlichen Tagen) jetzt die Pleitem. Was noch wohl bis zum 23. Juni sonst noch alles kommt ! Bisher hat sich noch niemand gemeldet, der 100 Jahre Dauerschlechtwetter vorhersagt. Oder Riesenratten, die ab dann England überfallen. Phantasie muss man haben, wenn man zu den selbsternannten Experten gehören will. Macht man weiter so, das wird wohl alles ganz anders werden und Deutschland trauert vielleicht sogar, dass den Mut zum GERXIT nicht gehabt hat.
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