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15. April 2019, 13:01 Uhr

Bundesbank-Studie

Immobilienbesitzer werden immer reicher

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Das Vermögen der Deutschen steigt - doch es ist sehr ungleich verteilt: Laut einer Bundesbank-Studie stehen vor allem Eigentümer von Häusern und Wohnungen gut da.

In den vergangenen zehn Jahren wuchs und wuchs die deutsche Wirtschaft. Eine so lange Phase des ununterbrochenen Wirtschaftswachstums gab es zuletzt in den Achtzigerjahren. Auch in diesem Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich zulegen - wenn auch deutlich weniger als die Jahre zuvor.

Aber wo kommt dieser historische Aufschwung eigentlich an?

Antworten darauf gibt nun der aktuelle Vermögensbericht der Bundesbank. Auf mehr als 20 Seiten präsentieren die Autoren zahlreiche Daten zur Vermögensverteilung der deutschen Haushalte.

Dabei fällt auf: Die steigenden Wohnungspreise lassen vor allem die Vermögen der deutschen Immobilienbesitzer kräftig wachsen. Demnach lag der Median des Nettovermögens der Immobilienbesitzer 2017 bei 277.000 Euro - 37.200 Euro mehr als noch vor drei Jahren. Mieterhaushalte kommen dagegen lediglich nur auf ein Medianvermögen von 10.400 Euro. Um den Medianwert zu ermitteln, werden die Haushalte in eine reichere und eine ärmere Hälfte geteilt. Das Vermögen des Haushalts in der Mitte ist das Medianvermögen, verglichen mit dem Durchschnittseinkommen ist es gegenüber statistischen Ausreißern robuster.

"Den in den letzten Jahren ansteigenden Immobilienpreisen kommt ein nicht unerheblicher Einfluss auf die Entwicklung der Vermögen zu", schreiben die Autoren in ihrem Bericht. Der Aufschwung kommt aber nur bei einer eher kleinen Gruppe an: In Deutschland lebt nur fast jeder zweiter Haushalt in den eigenen vier Wänden. In Italien und Spanien waren das 2014 rund 70 beziehungsweise 80 Prozent.

Eine ähnlich positive Entwicklung wie bei Immobilienvermögen ist bei Aktienbesitzern festzustellen: Im Durchschnitt stieg der Wert des Aktienbesitzes um etwa 13 Prozent. Der deutsche Aktienindex Dax legte zwischen Mitte April 2014 und Mitte April 2017 gar um 30 Prozent zu, der gemessene Anstieg fiel also geringer aus.

Aber auch insgesamt gesehen sind die Privatvermögen in Deutschland von 2014 bis 2017 leicht gestiegen, wie der Bericht zeigt. Im Durchschnitt betrugen die Bruttovermögen pro Haushalt 262.500 Euro. Zieht man die Schulden der Haushalte ab, ergibt sich ein durchschnittliches Nettovermögen von 232.800 Euro, wobei nicht zwischen Immobilienbesitzern und Mietern unterschieden wird.

Der zentrale Mittelwert der Nettovermögen, der sogenannte Median, liegt aber deutlich niedriger. Dieser lag 2017 netto bei 70.800 Euro. Das liegt daran, dass einige sehr hohe Vermögen den Durchschnittswert nach oben verzerren.

Weiterhin hohe Ungleichheit

Die Bundesbank weist passend dazu darauf hin, dass die Ungleichheit in Deutschland weiterhin deutlich höher ist als im Schnitt der Eurozone - und zwar gleich in mehreren möglichen Messgrößen. Daran hat sich in den drei Jahren zwischen den Erhebungen kaum etwas geändert. "Nach wie vor ist Deutschland ein Land, in dem die privaten Vermögen ungleich verteilt sind", schreiben die Autoren. Die neuen Zahlen deuteten in der Tendenz sogar auf steigende Ungleichheit hin.

So besaß 2017 die untere Hälfte der Haushalte lediglich drei Prozent des gesamten Nettovermögens. Den obersten zehn Prozent der Haushalte gehörten hingegen 55 Prozent des Vermögens. 2014 waren das noch 60 Prozent, 2010/2011 noch 59 Prozent. Die Bundesbank warnte aber davor, aus dieser Entwicklung einen Trend abzulesen. So beteiligten sich 2017 im Vergleich zu vorgegangenen Untersuchungen weniger sehr reiche Haushalte an der Erhebung.

Trotzdem bleibt die Ungleichheit in Deutschland vergleichsweise hoch. In der gesamten Eurozone gehörten den obersten zehn Prozent der Haushalte 51 Prozent des Vermögens. In den traditionell von Ungleichheit geprägten USA lag der Wert 2013 bei rund 77 Prozent.

hej

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