Zuversichtsstudie Dem Land geht's schlechter, den Deutschen besser

Von Krise keine Spur: Auf ihr persönliches Leben schauen die meisten Deutschen laut einer neuen Studie voller Zuversicht. Anders sieht es beim Blick auf das ganze Land aus. Die Sorge vor dem Abschwung wächst.

Sonnenbadende in Hamburg: Der Optimismus überwiegt
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Sonnenbadende in Hamburg: Der Optimismus überwiegt


München - Die Deutschen blicken zunehmend pessimistisch auf die wirtschaftliche Lage des Landes. Das ist ein Ergebnis der sogenannten Zuversichtsstudie, die der Finanzkonzern Allianz am Dienstag vorstellte. Demnach sehen nur noch 29 Prozent die Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten zuversichtlich - vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor (siehe Grafiken).

Besonders stark trübte sich der Studie zufolge die Stimmung in Bezug auf die Wirtschaftslage ein, das Minus lag hier bei 13 Prozentpunkten. Pessimistischer als noch 2011 sehen die Deutschen auch Umwelt- und Klimaschutz (minus sieben Prozentpunkte) und die Sicherheit der Arbeitsplätze (minus fünf Prozentpunkte). "Die europäische Schuldenkrise belastet die wirtschaftlichen Erwartungen der deutschen Unternehmen inzwischen erheblich", sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. "Das lässt das Vertrauen der Bundesbürger in die deutsche Wirtschaftskraft und die Zuversicht, von den Auswirkungen der Krise verschont zu bleiben, schwinden."

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Zuversichtstudie: So ist die Stimmung in Deutschland
In Bezug auf das persönliche Leben überwiegt bei den Deutschen aber weiterhin die Zuversicht. Die positive Bewertung des eigenen Zuhause (82 Prozent) und der Familie (71 Prozent) hat sogar leicht zugenommen. "Viele Bundesbürger scheinen die Finanzkrise im wirtschaftlichen Bereich zu verorten, nehmen sie aber noch nicht in ihrem unmittelbaren Umfeld wahr", sagte der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider, der die Studie wissenschaftlich begleitet.

Auch bei den Finanzen haben sich die persönlichen Perspektiven verbessert. Die Zukunft ihrer Budgets sehen der Studie zufolge 60 Prozent der Befragten optimistisch - im Vorjahr waren es 56 Prozent. Gleich um 13 Prozentpunkte stieg sogar das Vertrauen in die gesetzliche Pflege- und Krankenversicherung - laut Brettschneider eine Folge der derzeit hohen Einnahmen bei den Sozialversicherungen, die zum Teil über Prämien zurück an die Bürger fließen sollen.

Für die Zuversichtsstudie werden monatlich repräsentative Befragungen mit jeweils 500 bis 1000 Teilnehmern durchgeführt.

dab



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Dumpfmuff3000 25.09.2012
1.
Zitat von sysopAPVon Krise keine Spur: Auf ihr persönliches Leben schauen die meisten Deutschen laut einer neuen Studie voller Zuversicht. Anders sieht es beim Blick auf das ganze Land aus. Die Sorge vor dem Abschwung wächst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-sehen-wirtschaftliche-lage-zunehmend-pessimistisch-a-857745.html
Solche Befragungen haben wenig Aussagekraft, alleine eine kleine Änderung in der Formulierung der Fragen haben massive Auswirkungen auf die Ergebnisse. Man kann auch mit Leichtigkeit zwei Fragen in einem Fragebogen unterbringen, wo bei der einen riseige Zukunftsangst rauskommt und bei der anderen totaler Optimismus. Fragen sind immer zu einem gewissen Grad suggestiv.
no-panic 25.09.2012
2.
Wer wurde befragt? leider keine weiteren Angaben.......
Spiegelkritikus 25.09.2012
3.
Zitat von Dumpfmuff3000Solche Befragungen haben wenig Aussagekraft, alleine eine kleine Änderung in der Formulierung der Fragen haben massive Auswirkungen auf die Ergebnisse. Man kann auch mit Leichtigkeit zwei Fragen in einem Fragebogen unterbringen, wo bei der einen riseige Zukunftsangst rauskommt und bei der anderen totaler Optimismus. Fragen sind immer zu einem gewissen Grad suggestiv.
So ist es, gerade wenn sie von der Allianz kommen! Nach dem Motto: "Riester-Versicherungen sorgen bekanntlich für eine gute Rente. Sind auch Sie an einer auskömmlichen Rente interessiert?" "Gut, dann unterschreiben Sie hier:"
kritiker111 25.09.2012
4. Woher kommen diese Studien?
Zitat von sysopAPVon Krise keine Spur: Auf ihr persönliches Leben schauen die meisten Deutschen laut einer neuen Studie voller Zuversicht. Anders sieht es beim Blick auf das ganze Land aus. Die Sorge vor dem Abschwung wächst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-sehen-wirtschaftliche-lage-zunehmend-pessimistisch-a-857745.html
Egal wo man hinhört, nachfragt, der bei weitem überwiegende Teil der Bevölkerung sieht unsere Zukunft, vor allem in Hinblickauf die Eurokrise und die sehr dubiose "Lösung" des Problems, bei dem unser hart erarbeiteter Wohlsatnd bewusst aufs Spiel gesetzt wird, sehr kritisch und eher ängstlich und sorgenvoll! Aber wie bei allen derartigen Studien, auch zum Thema Migration, bekommt derein passendes "Ergbenis" geliefert, der dafür bezahlt! Und das ist im allgemeinen unsere Regierung. Wobei das wirklich Schlimme ist, dass für solche "Märchen" auch noch jede Menge Geld zum Fenster hinausgeworfen wird!
nic 25.09.2012
5. optional
Diese Zuversicht schein mir mit Autosuggestion zu tun zu haben. Rational lässt es sich bei 90% der Deutschen, in hinsicht auf ihren Geldbeutel, kaum erklären. Der Binnemarktkonsum stagniert seit Jahren. Und die Löhne nehmen jedes Jahr verluste hin. Deutsche wären auch noch zufrieden, wenn im Winter kein Geld mehr da ist zum heizen und wenn der Benzinpreis auf 6 Euro steigt und sie nicht mehr in Urlaub gehen können.
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