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25. Juni 2012, 10:08 Uhr

Dickes Staatsminus

Deutscher Schuldenberg klettert auf 2,042 Billionen Euro

Mit diesem Rekord kann sich Deutschland nicht schmücken: Der Schuldenberg der öffentlichen Hand ist bis Ende März auf 2042 Milliarden Euro gestiegen. Bei den Ländern wuchs das Minus besonders schnell.

Berlin - Für den größten Zuchtmeister in der Euro-Krise ist das ein peinliches Zeugnis: Die deutschen Staatsschulden steigen immer weiter - zum Ende des ersten Quartals sind sie auf den Rekordwert von 2042 Milliarden Euro geklettert. Das sind 42,3 Milliarden Euro oder 2,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Die Verbindlichkeiten kommunaler Zweckverbände und der gesetzlichen Sozialversicherung wurden nicht berücksichtigt.

Größter Schuldner ist der Bund, dessen Verbindlichkeiten um 12,5 Milliarden Euro oder 1,0 Prozent auf 1286 Milliarden Euro kletterten. Noch schneller stiegen die Schulden der Länder: Sie erhöhten sich um 23,8 Milliarden auf 622,7 Milliarden Euro, was einem Plus von vier Prozent entspricht.

Die Städte und Gemeinden sitzen auf einem Minus von 133 Milliarden Euro. Das sind sechs Milliarden Euro oder 4,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dabei erhöhte sich der Anteil an Kassenkrediten, die eigentlich nur kurzfristige Liquiditätsengpässe überbrücken sollen, auf 35,9 Prozent.

Die Zahlen sind für Deutschland nicht nur deshalb peinlich, weil die Konjunktur in der Bundesrepublik rund läuft. Sondern auch, weil die Bundesregierung die krisengeplagten Euro-Länder regelmäßig zum Sparen auffordert.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes war in der Überschrift fälschlicherweise von Schulden in Höhe von 2,42 Billionen Euro die Rede. Wir bitten Sie, diesen Fehler zu entschuldigen.

yes/Reuters

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