Konjunktur Deutschland entgeht knapp der Rezession

Die deutsche Wirtschaft ist robuster als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Juli bis September überraschend um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Autoindustrie: Exportwirtschaft besonders unter Druck
Sebastian Gollnow / DPA

Autoindustrie: Exportwirtschaft besonders unter Druck


Die deutsche Wirtschaft ist entgegen fast aller Erwartungen im Sommer leicht gewachsen. Im dritten Quartal 2019 erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt zum Vorquartal um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Im zweiten Vierteljahr hatte es nach revidierten Zahlen dagegen noch einen Rückgang um 0,2 Prozent gegeben, nachdem Europas größte Volkswirtschaft zum Jahresauftakt nach neuer Berechnung ein Wachstum von 0,5 Prozent verbuchen konnte.

Mit der überraschenden Rückkehr zu Wachstum wurde eine "technische Rezession" vermieden. Volkswirte sprechen von einer solchen Entwicklung, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge schrumpft.

Einen Absturz der deutschen Wirtschaft nach Jahren des Aufschwungs erwarten die meisten Volkswirte ohnehin nicht. "Der Aufschwung ist beendet, bislang ist jedoch nicht von einer breiten und tiefgehenden Rezession auszugehen", schreiben die fünf "Wirtschaftsweisen" als Topberater der Bundesregierung in ihrem jüngst veröffentlichten Herbstgutachten.

2020 wird schwächer

Allerdings erwarten die Bundesregierung sowie führende Wirtschaftsforschungsinstitute für das Gesamtjahr 2019 deutlich weniger Wirtschaftswachstum als im vergangenen Jahr. Die jüngsten Prognosen gehen von 0,5 Prozent aus. 2018 hatte die deutsche Wirtschaftsleistung noch um 1,5 Prozent zugelegt.

Internationale Handelskonflikte und das Drama um den Brexit belasten die exportorientierte deutsche Industrie. Die Verunsicherung bremst Investitionen. Schlüsselbranchen wie der Auto- und Maschinenbau sowie die Elektro- und Chemieindustrie bekommen das längst zu spüren.

Die Exporte überraschten im September: In dem Monat wurden 4,6 Prozent mehr Waren "Made in Germany" ins Ausland verkauft als ein Jahr zuvor. Auf Jahressicht liegen die Ausfuhren mit 997,1 Milliarden Euro noch um knapp ein Prozent im Plus.

Der private Konsum ist bislang eine stabile Stütze der Konjunktur, wie auch im Sommerquartal. Ein Grund dafür sind die niedrigen Arbeitslosenzahlen. Allerdings dämpft die schwächelnde Konjunktur zunehmend auch die Stimmung der Verbraucher: Die Marktforscher der Nürnberger GfK ermittelten in ihrer monatlichen Konsumklimastudie für November den niedrigsten Wert seit Herbst 2016.

mik/dpa



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thorsten.munder 14.11.2019
1. Der Aufschwung ist da.
Während bei den Chinesen die immer noch 6 Prozent Wirtschaftseachstum haben von einer Schweren Krise geredet wird, werden sage und schreibe 0.1 Prozent Wachstum in Deutsch Schland als das große Ding gefeiert? Wenn der Vielgescholtene Elon Musk nicht nach Berlin Brandenburg kommen würde gäbe es dort weiterhin nur den Wirtschaftstandort BER und sonst gar nichts.
hansaeuropa 14.11.2019
2. wer's glaubt!
ich würde gerne die Berechnungen des SB sehen. Hier wird Politik mit geschönten Zahlen gemacht. Seit dem 1. Quartal 2018 ist das produzierende Gewerbe deutlich im Minus.
karlo1952 14.11.2019
3. Wer hat denn dauernd eine
Rezession heraufbeschworen? Ich habe bereits vor Monaten hier im Forum geschrieben, dass es die nicht gibt, nur mit hat's keiner glauben wollen, sondern man hat sie fleissig weiter herbeigeredet.
realist19 14.11.2019
4. Was heisst hier entgeht ?
Die Rezession ist mit Sicherheit noch nicht vorbei , vor allem weil es auch langsam auf dem Weltmarkt kriselt und das vor allem in China . Weiterhin ist die Null Zins Politik der EU eine große Gefahr das hier bald eine Blase platzen kann mit massiven Auswirkungen auf unser Wirtschaft . Die Autobranche an sich steckt nach wie vor in der Krise und niemand weis wie und wann das endet . Es bleiben die ständig sich ändernde Meldungen , mal sinkt ganz klar Bruttoinlandsprodukt und man setzt die Zahlen nach unten , dann wieder ist es doch besser wie gehofft du ist überrascht usw.... Für mich ist das alles nicht mehr glaubwürdig und hat was von langfristigen Wetterprognosen ! Ich bin mal auf das Jahr 2020 gespannt , vor allem da hier ja die CO2 Steuer, oder wie man das auch immer bezeichnen will, zum greifen kommt und ab hier dann ständig steigend .
marcaurel1957 14.11.2019
5.
Zitat von thorsten.munderWährend bei den Chinesen die immer noch 6 Prozent Wirtschaftseachstum haben von einer Schweren Krise geredet wird, werden sage und schreibe 0.1 Prozent Wachstum in Deutsch Schland als das große Ding gefeiert? Wenn der Vielgescholtene Elon Musk nicht nach Berlin Brandenburg kommen würde gäbe es dort weiterhin nur den Wirtschaftstandort BER und sonst gar nichts.
Es ist unseriös, ein Schwellenland wie China mit einem hochentwickelten Land wie D zu vergleichen. Her Musk hat bisher wie immer nur heisse Luft produziert...irgendeinen Einfluss auf das Wachstum hatte er nicht. Mal sehe, ob sich das noch irgendwann ändert....mal sehen, ob es tesla in 5 Jahren überhaupt noch gibt
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