Arbeitskräftepotenzial Weniger Menschen suchen einen Job

Der Jobboom zeigt Wirkung: Das sogenannte Arbeitskräftepotenzial ist stark gesunken - allein 2018 um fast zehn Prozent. Dennoch wollen 4,6 Millionen Menschen gern mehr arbeiten.
Ein Schweißer bei der Arbeit: Von der Erwerbslosigkeit in den Beruf

Ein Schweißer bei der Arbeit: Von der Erwerbslosigkeit in den Beruf

Foto: Christian Charisius / DPA

Weniger Menschen in Deutschland suchen einen Job oder wollen mehr arbeiten. Das sogenannte ungenutzte Arbeitskräftepotenzial ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent gesunken. Das sind 471.000 Personen weniger, wie die Arbeitskräfteerhebung des Statistischen Bundesamts zeigt.

Berücksichtigt werden darin Menschen im Alter von 15 bis 74 Jahren, die sich Arbeit oder eine Erhöhung der Stundenzahl in ihrem Beruf wünschen. Dies traf im Jahr 2018 auf knapp 4,6 Millionen Menschen zu.

Die Gruppe setzt sich zusammen aus 1,5 Millionen Erwerbslosen, 2,2 Millionen Unterbeschäftigten und 925.000 Menschen in sogenannter stiller Reserve. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Erwerbslosen um 153.000 Personen gesunken. Erwerbslose haben keine Arbeit, bemühen sich aber darum und stehen rasch zur Verfügung.

Mehr als 600.000 neue Stellen im Jahr 2018

Die Unterbeschäftigten nahmen um 237.000 Personen ab. Das sind Erwerbstätige, die mehr arbeiten wollen und dafür auch Zeit haben. Auch die stille Reserve verringerte sich um 82.000 Personen. Dazu gehören Menschen, die zwar grundsätzlich arbeiten wollen, aber kurzfristig nicht zur Verfügung stehen oder aktuell nicht suchen.

Der starke Rückgang bei der Arbeitskräftereserve kann vor allem darauf zurückgeführt werden, dass viele neue Stellen geschaffen wurden - im Jahr 2018 waren es mehr als 600.000.

Rund 2,2 Millionen Berufstätige wollten im vergangenen Jahr mehr arbeiten. Das war etwa jeder Zwanzigste aus dieser Gruppe. Darunter sind viele Teilzeitbeschäftigte und Minijobber bei einem hohen Frauenanteil. Es gab aber auch 1,4 Millionen Beschäftigte, die gern weniger arbeiten würden und dabei auch entsprechend auf Gehalt verzichten würden.

rwi/dpa