Bruttoinlandsprodukt 2017 Deutsche Wirtschaft wächst um 2,2 Prozent

Es läuft für die deutsche Wirtschaft: Im vergangenen Jahr stieg das Bruttoinlandsprodukt um 2,2 Prozent - das stärkste Wachstum seit sechs Jahren. Auch der staatliche Überschuss legte zu.
Mann auf einer Baustelle

Mann auf einer Baustelle

Foto: Alexander Heinl/ dpa

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2017 um 2,2 Prozent gewachsen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Daten mit. Es ist das stärkste Wachstum seit 2011, als Deutschland sich von den Folgen der globalen Finanzkrise erholte. Im Jahr 2016 hatte das BIP um 1,9 Prozent zugelegt.

Getragen wurde der kräftige Wirtschaftsaufschwung den Zahlen zufolge von der Kauflust der Verbraucher, gestiegenen Investitionen vieler Unternehmen und der starken Weltwirtschaft, die die Nachfrage nach Produkten "Made in Germany" ankurbelt. Deutschlands Exporteure steuern 2017 auf das vierte Rekordjahr in Folge zu. In den ersten elf Monaten wurden Maschinen, Autos und andere Waren im Wert von 1,18 Billionen Euro ausgeführt (plus 6,5 Prozent).

Von der seit Jahren florierenden Konjunktur - und den anhaltend niedrigen Zinsen - profitiert auch der Fiskus: Der deutsche Staat konnte nach Berechnungen der Statistiker 2017 zum vierten Mal in Folge mehr Geld einnehmen als ausgeben. Der Überschuss von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen machte unter dem Strich 1,2 Prozent des BIP aus, nach 0,8 Prozent im Vorjahr. Ein minimales Defizit hatte Deutschland zuletzt 2013 verbucht.

"Privatsektor erhöht seine Schlagzahl"

"Die deutsche Wirtschaft eilt von Erfolg zu Erfolg", kommentierte Andreas Rees, Chefvolkswirt bei Unicredit, die Zahlen. Bemerkenswert sei, dass diesmal Sondereffekte wie höhere Staatsausgaben wegen der Flüchtlingskrise eine geringere Rolle gespielt hätten. "Stattdessen hat vor allem der Privatsektor seine Schlagzahl erhöht." Dass der Staat schwarze Zahlen schreibt, sei derzeit "ein Selbstläufer".

Florian Hense von der Berenberg Bank prognostizierte eine Fortsetzung des Aufschwungs. "Der Arbeitsmarkt verbessert sich weiter, wenn auch nicht mehr ganz so stark. Dafür dürften die Löhne stärker zulegen als in den vergangenen Jahren." Auch Bundesregierung und Institute sagen für 2018 ein ähnlich hohes Wachstum voraus.

Ferdinand Fichtner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung warnte hingegen, die Situation werde "nicht lange so günstig bleiben, wie sie es im Moment ist, denn vor allem bei der Beschäftigung ist das Ende der Fahnenstange bald erreicht. Uns gehen in Deutschland allmählich die Arbeitskräfte aus."

dab/dpa/Reuters
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