Konjunktur Kanzleramt rechnet mit Rezession

Die Wirtschaftsexperten von Bundeskanzlerin Merkel gehen nach SPIEGEL-Informationen von einem Minuswachstum im dritten Quartal aus. Damit wäre Deutschland offiziell in der Rezession.
LKW in Niedersachsen

LKW in Niedersachsen

Foto: Holger Hollemann / DPA

Das Bundeskanzleramt erwartet für dieses Jahr einen fortgesetzten Abschwung der deutschen Wirtschaft. "Für das dritte Quartal zeichnet sich abermals ein leichter Rückgang des Bruttoinlandsprodukts und damit eine technische Rezession ab", heißt es nach SPIEGEL-Informationen in einer Vorlage des Kanzleramts.

Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung bereits um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Die Experten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnen nun für die Zeit von Juli bis Oktober mit einem ähnlichen Rückgang. Nach einer üblichen Definition liegt eine Rezession vor, wenn die Wirtschaft zwei Quartale hintereinander schrumpft. "Eine Reihe von Frühindikatoren, die eine Signalwirkung bis weit in die zweite Jahreshälfte haben, deutet darauf hin, dass die schwache Industriekonjunktur weiter anhalten dürfte."

Als positiv hebt die Vorlage hervor, dass die Binnenkonjunktur noch intakt sei. "Eine gravierende Krise der deutschen Wirtschaft ist dennoch nicht zu erwarten, sofern die Handelsauseinandersetzungen nicht eskalieren und es zu keinem ungeregelten Brexit kommt", heißt es in der Vorlage weiter. "Für kurzfristige konjunkturstabilisierende Maßnahmen sehen wir daher keinen Anlass."

Die Kanzleramtsbeamten hoffen, dass am Ende des Jahres unter dem Strich dennoch ein minimales Plus beim Wirtschaftswachstum steht. Im ersten Quartal 2019 legte die Wirtschaft um 0,4 Prozent zu.

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