Überschuldung Zahl der Privatinsolvenzen sinkt

Die Zahl der insolventen Privatleute ist das neunte Jahr in Folge gesunken - doch Experten warnen: Wegen der mauen Wirtschaftslage könnte sich der positive Trend schon im kommenden Jahr umkehren.
Symbolbild

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Foto: Alexander Heinl/ dpa

Immer seltener müssen Menschen in Deutschland Insolvenz anmelden. Das geht aus Zahlen hervor, die von der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel veröffentlicht wurden.

Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt bei 1,4 Prozent. Im Gesamtjahr rechnet die Auskunftei mit bis zu 88.000 Privatinsolvenzen, das ist ein Minus von etwa 1000 Fällen und markiert den neunten Rückgang in Folge. Im ersten Halbjahr 2019 war die Zahl der angemeldeten Privatinsolvenzen sogar auf den tiefsten Stand seit 2004 gesunken.

Doch die Prognose fürs kommende Jahr fällt wenig positiv aus. "Für 2020 erwarten wir wieder mehr private Insolvenzen in Deutschland. Die konjunkturelle Schwächephase hinterlässt langsam auch am Arbeitsmarkt leichte Spuren", sagte der Geschäftsführer der Auskunftei, Christian Bock.

In den Altersgruppen der 31- bis 40-Jährigen sowie der über 51-Jährigen stiegen die Privatinsolvenzen sogar bereits im laufenden Jahr an. Ältere sind überdurchschnittlich oft betroffen: Nahezu jede dritte Privatinsolvenz wird von Personen über 51 angemeldet. Auch Menschen über 61 mussten zuletzt wieder häufiger zum Insolvenzgericht: Ihre Privatpleiten legten um 2,2 Prozent auf 4795 Fälle zu.

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flg/dpa
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