Teuerung Inflationsrate in Deutschland fällt erneut

Die Inflation in Deutschland hat sich im Oktober erneut abgeschwächt und liegt mit 1,1 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 2018. Vor allem Energiekosten waren rückläufig.

Auslieferung von Heizöl: Rückläufige Energiekosten dämpfen Inflation
Hauke-Christian Dittrich/DPA

Auslieferung von Heizöl: Rückläufige Energiekosten dämpfen Inflation


Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Oktober wegen geringerer Energiekosten so schwach gestiegen wie seit mehr als anderthalb Jahren nicht mehr. Die Inflationsrate sank auf 1,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Im September waren es noch 1,2 Prozent.

Gedämpft wurde die Teuerung vor allem von der Entwicklung bei der Energie: Sie verbilligte sich um durchschnittlich 2,1 Prozent. Nahrungsmittel kosteten hingegen 1,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,7 Prozent, darunter Mieten um 1,4 Prozent.

Damit entfernt sich die Teuerungsrate weiter vom Ziel der Europäischen Zentralbank(EZB). Sie ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Notenbank. Die EZB strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen.

Die EZB hatte im September höhere Strafzinsen auf Bankeinlagen und die Wiederaufnahme von Anleihekäufen beschlossen, um die Konjunkturflaute und die geringe Inflation zu bekämpfen.

mmq/Reuters/dpa



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fredotorpedo 30.10.2019
1. Handerwerkerleistungen?
Wenn ich Handwerker (Maler, Klempner, Elektriker, ...) suche, habe ich nicht den Eindruck, dass die Steigerungsrate deren geforderter Entgelte Gefallen ist. Die ist zumindest gleich geblieben, gefühlt aber deutlich gestiegen. Aber solche Dienstleistungen gehen in den Verbraucherpreisindex wohl garnicht oder nur mit sehr geringem Anteil ein.
sarang he 30.10.2019
2. Geringere Energiekosten?
Heizkosten steigen um bis zu sechs Prozent https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/heizkosten-steigen-pruefen-sie-hier-ob-sie-einen-fairen-preis-zahlen-a-1293847.html
taboon 30.10.2019
3. Inflation von 1,1% das ich nicht lache ...
Immobilienpreise explodieren, von den Kaufnebenkosten ganz zu schweigen, Mieten müssen "gedeckelt" werden. Heizkosten steigen => https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/heizkosten-steigen-pruefen-sie-hier-ob-sie-einen-fairen-preis-zahlen-a-1293847.html Strom wird wegen EEG teurer. Bald kommt eine CO2 Steuer, die dem normalo Bürger wieder am stärksten belasten wird. Der Soli ist immer noch nicht abgeschafft. Inflation von 1,1%
carlplayer 30.10.2019
4. Statistik?
Genau, Enegiekostenrückläufig aber Heizkosten steigen um 6%. Danke an die Redaktion, besser kann man es nicht veröffentlichen. Mag jeder sich seinen Reim daraus machen, und gut das die Naiven so langsam aussterben.
Gönny 30.10.2019
5. Alte Schule
In der Vergangenheit wurde in der BWL immer gelehrt, dass eine Deflation zum Aufschub von Investitionen führt und damit die Wirtschaft ausbremst. Aktuell gibt es in vielen Branchen eine Deflation oder zumindest eine faktische Deflation, wo die folgende Produktgeneration bei identischem Preis deutlich bessere Leistungen hat. Die ist vor allem im IT oder im Bereich der Kommunikationselwktronik der Fall. Trotzdem werden die Produkte der aktuellen Gereration verkauft. Der eigentliche Hintergrund für die Notwendigkeit einer Inflation ist die Staatsverschuldung. Im Falle einer Deflation verteuern sich Kredite während der Laufzeit, während eine Inflation bei der Tilgung hilft. Eine allgemeine Deflation würde in Europa wahrscheinlich einige Volkswirtschaften in den Staatsbankrott treiben. so wird ein Teil der Rentenrücklagen der Bürger zur Tilgung der Staatsschulden missbraucht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.