Wohnungsnot Steigende Mieten belasten Senioren

Die höheren Mieten in Ballungszentren treffen viele Menschen - aber gerade Senioren müssen deshalb oft einen zu hohen Anteil ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben. Das kann verheerende Folgen haben.

Mietwohnungen in Berlin
Wolfgang Kumm/ DPA

Mietwohnungen in Berlin


Immer mehr Mieter im Seniorenalter leiden unter zu hohen Kosten für ihre Wohnung. Das geht aus einer neuen repräsentativen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor, die kommende Woche veröffentlicht wird und die Wohnkostenbelastung von Haushalten mit mindestens einem Bewohner ab 65 Jahre untersucht.

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Heft 27/2019
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Demnach ist der Anteil der zur Miete wohnenden Seniorenhaushalte, die für Miete inklusive Nebenkosten 30 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens oder mehr benötigen, zwischen 1996 und 2016 von 38 auf 63 Prozent gestiegen. Der Anteil der untersuchten Haushalte, bei denen die sogenannte Mietbelastungsquote im Jahr 2016 sogar 40 Prozent oder mehr betrug, liegt bei 38 Prozent.

Bernd Wüstneck / DPA

"Wer so viel Geld für seine Wohnung aufwendet, muss sich anderweitig oft stark einschränken und läuft Gefahr, sich zu überschulden, wenn seine Miete weiter erhöht wird", sagt Markus Grabka, einer der Autoren. Das gilt vor allem für Senioren mit niedrigen Einkommen, die überdurchschnittlich von solch überhöhten Wohnkosten betroffen sind. Senioren mit höheren Einkommen leben dagegen oft in einer abbezahlten eigenen Immobilie.

Wer im Eigentum wohnt, musste 2016 im Alter durchschnittlich nur rund 15 Prozent seines Einkommens dafür ausgeben. Die Zahl der Seniorenhaushalte, die in den eigenen vier Wänden leben, hat der Studie zufolge zugenommen. Wohnten 1996 noch etwa 56 Prozent der Haushalte mit Personen ab 65 Jahren zur Miete, waren es 2016 nur noch 45 Prozent.

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insgesamt 58 Beiträge
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Seite 1
godfader 28.06.2019
1. Da hilft nur: Vorsorge!
Jeder ist für seine Situation im Alter selbst verantwortlich. Da hilft nur: Vorsorgen! Aktien, Immobilien, Wertpapiere. Einfach über 30-40 Jahre ansparen. Wer da nicht tut, der ist potenzieller Armut und der sozialen Willkür des Staates einfach ausgeliefert.
unixv 28.06.2019
2. Das kann verheerende Folgen haben?
kann? Nein, es hat schon verheerende Folgen, immer mehr Senioren müssen auf Campingplätzen oder unter der Brücke unterkommen. Ich arbeite Ehrenamtlich an einer Tafel, ich bekomme das Elend, jeden Tag mit! Diejenigen, die noch … eine Wohnung haben, haben schiere Angst, das sie dort raus müssen, der Druck wird immer größer! Vor 5 Jahren, mussten sie überlegen, ob sie heizen oder essen von ihrer Rente, jetzt kommt die reine Verzweiflung dazu! Wie sagte so schön der Müntefering von der SPD : Mit 800 Euro Rente, ist man nicht arm!
Over_the_Fence 28.06.2019
3. Angebot und Nachfrage
Der Staat muss halt dafür sorgen, daß Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht bleiben: https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/deutschland-statistisches-bundesamt-zaehlt-erstmals-83-millionen-einwohner-a-1274597.html Da nützt es dann auch nichts, auf die bösen Vermieter zu zeigen. Die zusätzliche Geldschwemme zur steigenden Bevölkerungszahl wuchs ebenfalls auf politischem Mist, so wie jede neue Erhöhung der EnEV, der Bauauflagen oder der Steigerung von Grundsteuern. Der Vergleich zwischem dem Jahr 1996 und heute ist übrigens auch deswegen so dramatisch, weil das Rentenniveau abgesenkt wurde.
josho 28.06.2019
4. So lange die Geldpolitik so ist, dass...
..sich nicht nur die Investoren, sondern auch "normale" Geldanleger vorwiegend in der Immobilienbranche tummeln, wird es immer so weiter gehen. Wer nicht genug Geld für die Stadt hat, der muss halt auf's Land in den Osten. Dort stehen regionenweise Häuser und Wohnungen leer.....
oldman2016 28.06.2019
5. Und in Euro und Cent?
Im Artikel stehen nur Prozentsätze aber keine Zahlen. Außerdem fehlen mir Angaben zu der Anzahl der Rentnerhaushalte die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, und die Angaben bzw. Differenzierung von Kaltmiete und Nebenkosten. 30 Prozent von der Rente sind durchschnittlich wieviel in Euro und Cent. Ich will die Arbeit des DIW und SPON nicht kritisieren. Aber mit Zahlen auf den sich die Prozentsätze beziehen wäre der Artikel nicht so nebulös. Ich würde als Redakteur Studie des DIW nicht in dieser Form veröffentlichen.
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