Treibhausgase Deutschland nimmt mehr Geld mit Emissionshandel ein

Im vergangenen Jahr hat der deutsche Staat mit C02-Emissionsrechten doppelt so viel Geld eingenommen wie ein Jahr zuvor. Betreiber von Kohlekraftwerken könnten deshalb Probleme bekommen.

RWE-Braunkohlekraftwerk in Grevenbroich-Neurath
DPA

RWE-Braunkohlekraftwerk in Grevenbroich-Neurath


Die Versteigerungen von CO2-Emissionsrechten haben in diesem Jahr so viel Geld wie noch nie in die Kassen des Bundes gespült. Fast 2,6 Milliarden Euro erbrachten die Auktionen 2018. Damit seien die Erlöse mehr als doppelt so hoch wie 2017, teilte das Umweltbundesamt mit.

Der Emissionshandel funktioniert im Kern nach einem einfachen Prinzip. Seit seinem Start im Jahr 2005 müssen rund 12.000 Unternehmen und Stromproduzenten in der EU für jede von ihnen ausgestoßene Tonne Kohlendioxid (CO2) ein Zertifikat vorweisen. Das klimaschädliche Gas wird so zum Kostenfaktor - was die Unternehmen dazu bewegen soll, ihren CO2-Ausstoß zu senken.

Nach Angaben der Emissionshandelsstelle wurde in diesem Jahr bei den Versteigerungen ein Durchschnittspreis von 14,92 Euro je Zertifikat erzielt. Das ist fast eine Verdreifachung im Vergleich zu 2017.

Wenn der CO2-Ausstoß teurer wird, dann werden jene Kraftwerke, die besonders viel CO2 ausstoßen, unrentabler. Und das sind vor allem die Kohlemeiler. Das Aus des dreckigen Energieträgers könnte sich dadurch beschleunigen (Lesen Sie hier mehr dazu).

hej/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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sven2016 10.12.2018
1. Wurden nicht Unmengen
von Zertifikaten an die Unternehmen vom Staat verschenkt und dann von denen verkauft? Ich meine, das ist noch gar nicht so lange her? Inzwischen ist das eine Geschäftsidee, so wie die Leipziger Strombörse, wo man zeitweise in eigener Regie elektrische Energie aus Überschussproduktion verschenkt oder eben auch mal die Preise steigert, um die Verbraucherpreise zu steigern.
Achmuth_I 10.12.2018
2. Na ja...
...wenn unsere Regierung das mit dem Klimaschtz ernst nimmt, sollte sie genau diese Einnahmen für die neutralisierung des CO2 Ausstoßes verwenden. Einfach nur die Erzeuger belasten ist nur die halbe Arbeit!
Steve.Joe 10.12.2018
3. Markt für Privatleute öffnen ...
Der Markt sollte für Privatleute geöffnet werden ... Wenn umweltbewusste Bürger sich ein Emissionsrecht kaufen könnten und in Konkurrenz mit der Industrie treten würden, dann könnte der Industrie die Emissionsmenge entzogen werden ... dann würde schnell ein wirklicher Anreiz für Emissionsminderung entstehen. Und Privatpersonen könnten ihren CO2 Verbrauch damit kompensieren. Bei 15 Euro pro Tonne könnte ein Durchschnittsbürger seinen jährlichen CO2 Ausstoß der Industrie schon für unter 200 Euro pro Jahr "abkaufen". Nur dürfte kein Handel erlaubt werden, um Spekulationen zu vermeiden.
helgeHB 11.12.2018
4. Das Nichtstun muss teuerer werden als das Handeln!
Die Stromkonzerne verfolgen keine heren Umweltziele, sondern handeln nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen. Bisher waren die CO2-Zertifikate zu günstig, um aus der Braunkohle auszusteigen. Wenn RWE seinen Vorrat von CO2-Verschmutzungsrechten aufgebraucht hat und zu höheren Preisen einkaufen muss, wird das den Druck auf die Braunkohle erhöhen. Dann schlägt die Stunde der Betriebswirtschaft.
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