Kosten der alternden Gesellschaft Pflegebeitrag muss weiter steigen

Der Pflegebeitrag ist zum Jahresbeginn gestiegen - doch die wachsende Zahl der Pflegebedürftigen wird ihn weiter in die Höhe treiben, warnt die Bertelsmann Stiftung.
Archivbild

Archivbild

Foto: Jens Büttner/ dpa

Diese Frage wird in Deutschland Politik und Öffentlichkeit auf Jahre hinaus beschäftigen: Wie soll, wie will die Gesellschaft damit umgehen, dass die Bevölkerung im Schnitt immer älter wird? Wie soll die menschenwürdige Pflege eines immer größer werdenden Teils der Bevölkerung organisiert und finanziert werden?

Klar ist schon jetzt: Die Alterung der Gesellschaft führt zu erheblichen Ausgabensteigerungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Beiträge sind zwar gerade erst von 2,5 auf etwas mehr als 3 Prozent des Bruttoeinkommens angestiegen. Das aber wird bald schon nicht mehr ausreichen, rechnet eine Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung vor.

In sechs Jahren müssen die Beiträge erneut steigen, haben Wissenschaftler des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos für Bertelsmann errechnet: Von 2025 bis 2045 gehen die Forscher von einem Anstieg auf 4,25 Prozent aus. Der Grund dafür ist die erwartete Zunahme der Pflegebedürftigen: Im Jahr 2017 waren das 3,3 Millionen Hilfsbedürftige, 2045 sollen es laut Prognos fünf Millionen Menschen sein.

In der Pflegebranche selbst wird die Stimmung einer Umfrage zufolge immer schlechter. Das berichten die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" unter Verweis auf den "Care-Klima-Index", der im Auftrag des Deutschen Pflegetags erhoben wird.

Demnach beurteilten Ende 2018 unter Pflegekräften, Ärzten, Pflegebedürftigen, Angehörigen sowie Vertretern von Kassen und Verbänden 29 Prozent der Befragten die Qualität der Pflege nur als "mangelhaft". Das sind fünf Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr.

28 Prozent schätzen die Patientensicherheit als "niedrig" ein. 2017 betrug der Anteil noch 26 Prozent. Die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte beurteilten 60 Prozent der Befragten als "schlecht". Das ist ein Zuwachs um immerhin neun Prozentpunkte.

beb/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.