Im- und Export So wichtig ist die Türkei für die deutsche Wirtschaft

Das politische Klima ist angespannt, der Tourismus eingebrochen - doch der Handel zwischen Deutschland und der Türkei floriert. Welche Waren ausgetauscht werden, verrät die Infografik der Woche.


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Wie viele andere Länder auch ist die Türkei für die deutsche Wirtschaft vor allem als Absatzmarkt wichtig. 2015 exportierte Deutschland Waren im Wert von rund 22,4 Milliarden Euro in die Türkei. Sie stand damit an 14. Stelle der wichtigsten Abnehmer deutscher Produkte. Andersherum wurden Waren im Wert von fast 14,5 Milliarden Euro aus der Türkei nach Deutschland importiert, was Platz 17 bedeutet.

Sowohl das Export- als auch das Importvolumen sind im Langzeit-Trend angestiegen, wie die Infografik der Woche von Statista und SPIEGEL ONLINE zeigt. Heißt: Die Bedeutung des gegenseitigen Handels wächst.

Der Exportüberschuss Deutschlands ist dabei beträchtlich und lag in den vergangenen Jahren meist bei rund acht Milliarden Euro. 2014 fielen die Exporte etwas geringer aus. Außerdem hat die Wirtschaftskrise 2009 und 2010 die deutschen Ausfuhren in die Türkei stärker beeinflusst als die Einfuhren in die umgekehrte Richtung.

Von Deutschland in die Türkei

Betrachtet man die wichtigsten Handelsgüter in beide Richtungen, sind vor allem Textilien und Kraftfahrzeuge und deren Teile zu nennen. Die mit Abstand bedeutendste Warengruppe unter denen von Deutschland in die Türkei exportieren Produkten sind Pkw. Sie erreichten 2015 ein Gesamtvolumen von 3,47 Milliarden Euro. Damit machen sie etwa 15 Prozent aller Exporte - gemessen am Warenwert - aus. Auf Rang zwei folgen Kfz-Teile und Zubehör für 1,24 Milliarden Euro, gefolgt von Luft- und Raumfahrtzeugen für etwa 760 Millionen Euro. Weitere wichtige Produkte sind Motoren und Motorteile, sowie Lkw. Die erste nicht in Verbindung mit Fahrzeugen stehende Produktgruppe folgt an achter Stelle. 2015 wurden Arzneiwaren für den Einzelverkauf in einem Volumen von 370 Millionen Euro in die Türkei exportiert.

Von der Türkei nach Deutschland

Kraftfahrtzeug-Produkte spielen auch in die andere Handelsrichtung eine wichtige Rolle. Für fast eine Milliarde Euro wurden 2015 Motorteile aus der Türkei importiert - und damit mehr als doppelt so viele wie ausgeführt. Kfz-Teile und Zubehör im Wert von rund 900 Millionen Euro nahmen den Weg aus der Türkei nach Deutschland. Drittwichtigstes Handelsgut waren T-Shirts und Unterhemden. Auch andere Kleidungsstücke und Textilprodukte tauchen in der Liste der wichtigsten Warengruppen auf. Ebenfalls in den Top Ten zu finden sind zubereitete Früchte und Nüsse für rund 460 Millionen Euro und Schalenfrüchte für knapp 450 Millionen Euro.


Mehr Infografiken der Woche finden Sie auf der Themenseite.

agr

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insgesamt 94 Beiträge
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j4k 07.08.2016
1. Für die dt. Volkswirtschaft
Kein Beinbruch. Für ein einzelnes Unternehmen vielleicht ein glatter Bruch. Keine Hochtechnologie oder seltene Rohstoffe. Probleme sind wohl eher geostrategisch und Energie-Pipeline. Und natürlich zwischenmenschliche. Schade
jozu2 07.08.2016
2. Alles hat seine Grenzen!
Und wie erpressbar soll Deutschland sich machen, um die Erlöse aus den wirtschaftlichen Beziehungen zu bekommen? Darf Erdogan alles mit deutscher Unterstützung (Ok, ein Wort der Entrüstung sagen wir ja schon) machen, weil die guten Beziehungen zur Türkei alternativlos sind?
Badischer Revoluzzer 07.08.2016
3. So ein Stuß
Die Türkei spielt kaum eine Rolle für die deutsche Wirtschaft. Fragen Sie doch bei der Internationalen Handelskammer nach. Gehen wir mal davon aus ihre 22 Mrd würden stimmen. Gut. Was sind denn bitteschön 22 Mrd ? Der Bund stellt allein für die Flüchtlinge ja schon über 90 Mrd ein. Wo bleibt da der wichtige Wirtschaftsfaktor Türkei ?
sting111 07.08.2016
4. @nickelby
Es sind nicht 0,2%, sondern 2% (ca. 1,87%). In 2015 wurden Waren im Wert von EURO 1.195,8 Mrd. exportiert. Lt. diesem Artikel entfallen auf die Tuerkei EURO 22,4 Mrd.
aurichter 07.08.2016
5. Wenn man
die Beiträge von SpOn sowohl zum Brexit als auch zur Türkei betrachtet, dann könnte man fast zum Ergebnis kommen, daß der Deutsche in Zukunft die Schnauze zu halten hat oder in Fragen zu beiden Ländern erstmal Anfragen zu stellen hat, um ja keine falsche Entscheidung zu treffen. Was ist der Spiegel eigentlich noch? Ausser dem Namen nach noch etwas Deutsch und die Redaktionen durchsetzt von was ? Bei vielen Beiträgen bleibt nur noch ein Kopfschütteln. Sehr bedauerlich!
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