Probleme in Autoindustrie Wirtschaftsforscher rechnen mit geringerem Wachstum

Der Optimismus zu Anfang des Jahres war verfrüht. Ökonomen mehrerer Forschungsinstitute korrigieren Wachstumsprognose jetzt leicht nach unten. Anzeichen für eine Rezession gebe es aber nicht.

Montage im VW-Werk Emden
DPA

Montage im VW-Werk Emden


Die Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) blicken skeptischer auf die deutsche Wirtschaft. Die Zeiten der Hochkonjunktur seien vorbei, teilten sie mit. Sie korrigierten die Vorhersage für das Wachstum der Wirtschaftsleistung nach unten. Die Forscher erwarten nun für 2018 ein Wachstum von 1,5 Prozent und 1,6 Prozent für das kommende Jahr. Für 2018 hatte das DIW zuvor ein um 0,3 Punkte höheres Plus veranschlagt und für 2019 ein um 0,1 Punkte stärkeres Wachstum.

Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland geht auch nach Ansicht des Kieler Instituts für Weltwirtschaft allmählich zu Ende. Die Forscher erwarten nun 1,5 Prozent Wachstum statt wie bisher 1,9 Prozent, in den Jahren 2019 und 2020 jeweils 1,8 Prozent, statt wie zuvor 2,0 und 1,9 Prozent. "Der Aufschwung trägt noch in das nächste Jahr, im Jahresverlauf 2019 dürfte aber allmählich der Abschwung einsetzen", sagte Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am IfW.

Auch die Wirtschaftsweisen haben ihre Prognose heruntergesetzt. Im dritten Quartal war die Wirtschaftsleistung erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder geschrumpft. "Die Gefahr einer Rezession ist aber gering", sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.

Denn der konjunkturelle Rückschlag im Sommer habe seine Ursache vor allem in der Automobilindustrie. Wegen Problemen bei der Zertifizierung nach den neuen Abgas- und Verbrauchsnormen der EU konnten die Hersteller nicht so viele Autos wie gedacht absetzen und drosselten daraufhin ihre Produktion, was sich auch auf die Investitionen auswirkte. "Die Produktionsausfälle dürften jedoch im Winter zumindest teilweise nachgeholt werden", prognostizierte das DIW.

Die deutsche Wirtschaft hat eine lange Wachstumsphase hinter sich. Das DIW betonte, der Aufwärtstrend werde sich fortsetzen, wenn auch auf einem schwächeren Niveau. Die Bauwirtschaft floriere, die Arbeitsmarktlage sei stabil. Das mache sich zunehmend in den Portemonnaies der Arbeitnehmer bemerkbar. "Die Löhne steigen auch nach Abzug der Inflation, die in den kommenden Jahren bei etwa zwei Prozent liegen dürfte, um voraussichtlich mehr als ein Prozent pro Jahr. Davon profitiert der private Konsum", sagt DIW-Experte Simon Junker.

Unsicherheiten bestehen allerdings wegen des unklaren Austritts Großbritanniens aus der EU sowie wegen Handelskonflikten, etwa zwischen den USA und China. Das hat zu einer Eintrübung der Weltkonjunktur geführt.

mmq/Reuters/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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umbhaki 12.12.2018
1. Verfrüht?
"Der Optimismus zu Anfang des Jahres war verfrüht." Soso, war er das. Meinen Beobachtungen nach kann es aber auch vorkommen, dass an einem einzigen Tag Wirtschaftsmeldungen erscheinen, die sich gegenseitig widersprechen. Der Versuch, Wirtschaftsmeldungen in den Massenmedien ernst nehmen zu wollen, ist zum Scheitern verurteilt. Sowohl früher als auch später.
smartphone 12.12.2018
2. unnötige Schwarzmalerei
Diese Autoindustrie ist NICHT der Wirtschaftsnabel Deutschlands . Einige Herrschaften bilden sich wohl ein wegen der UNFÄHIGKEIT plus UNWILLEN gewisser Manager zB die leicht nachrüstbaren Diesel aus Firmenkasse zu zahlen lieber eine Art Untergangsszenario zu malen ( Sell bad news--you´ve lot of clicks ) Wie gestern im ersten schön zu sehen , sind die DreckBMW völlig easy mit Eberspächer made in Germay Kats plus Adblue per Easy Clicki In umzubauen ..... Gönnt man bei BMW dem Tier2 nicht den Mehrumsatz ? Wenn man jetzt der Idiotie verfällt ein paar druchgeknallten Börsenjunkies nahc dem Mund zu reden ( also mit Gewalt Kurse schlechtreden im SInne Wiedereinstiegsgelegenheit ) vergißt , das alles vom Konsum der sog Verbraucher abhängt ...wenn man also mit Gewalt irgendwelch überlebten 450E Zeitjobs etc halten will, der gehört verbraucht, ähm entsorgt . Es wäre btw bedauerlich ,wenn Gelbhemd ausgehypt hätte, denn das war nur der Anfang ....
karlsiegfried 12.12.2018
3. Ach nee
Schon wieder mal vertan. Das passiert mir beim Lotto auch andauernd. Und weiter mit einem Zitat: : "Die Gefahr einer Rezession ist aber gering", sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.' Aber sie ist da, denn ein dauerhaftes Wachstum auf dieser Welt gibt es nicht. Alles kommt und stirbt. Warum soll das beim Wachstum anders sein. Das erkläre mir einer.
interessierter Laie 12.12.2018
4. lesen Sie den Artikel...
Zitat von smartphoneDiese Autoindustrie ist NICHT der Wirtschaftsnabel Deutschlands . Einige Herrschaften bilden sich wohl ein wegen der UNFÄHIGKEIT plus UNWILLEN gewisser Manager zB die leicht nachrüstbaren Diesel aus Firmenkasse zu zahlen lieber eine Art Untergangsszenario zu malen ( Sell bad news--you´ve lot of clicks ) Wie gestern im ersten schön zu sehen , sind die DreckBMW völlig easy mit Eberspächer made in Germay Kats plus Adblue per Easy Clicki In umzubauen ..... Gönnt man bei BMW dem Tier2 nicht den Mehrumsatz ? Wenn man jetzt der Idiotie verfällt ein paar druchgeknallten Börsenjunkies nahc dem Mund zu reden ( also mit Gewalt Kurse schlechtreden im SInne Wiedereinstiegsgelegenheit ) vergißt , das alles vom Konsum der sog Verbraucher abhängt ...wenn man also mit Gewalt irgendwelch überlebten 450E Zeitjobs etc halten will, der gehört verbraucht, ähm entsorgt . Es wäre btw bedauerlich ,wenn Gelbhemd ausgehypt hätte, denn das war nur der Anfang ....
der Rückgang wird nicht mit dem Dieselskandal begründet, sondern mit der Umstellung auf den WLTP, den neuen Fahrzyklus. Sprich: Sie könnten den Konsumenten sogar das Geld für den Neuwagen schenken. Die würden aber keinen bekommen, weil viele Fahrzeuge derzeit (noch) nicht verkauft werden dürfen. Der Großteil der "Dreck-BMW" sind nach den (damals geltenden) Vorschriften zugelassene Fahrzeuge. Es gibt bei BMW nur wenige Fahrzeuge mit einer nicht zugelassenen Software unterwegs gewesen. Deshalb verweigert BMW mit Recht die Nachrüstung. Stellen Sie sich vor, Sie hätten vor 10 Jahren ein Haus verkauft, das den damals geltenden Vorschriften entsprach. Und heute forderte der Käufer von Ihnen den Betrag für eine Anpassung der Heizungsanlage, weil die alte nicht mehr betreiben darf. Dem würden Sie den Vogel zeigen, egal wie teuer oder schwierig das ist.
Celegorm 13.12.2018
5.
Zitat von umbhaki"Der Optimismus zu Anfang des Jahres war verfrüht." Soso, war er das. Meinen Beobachtungen nach kann es aber auch vorkommen, dass an einem einzigen Tag Wirtschaftsmeldungen erscheinen, die sich gegenseitig widersprechen. Der Versuch, Wirtschaftsmeldungen in den Massenmedien ernst nehmen zu wollen, ist zum Scheitern verurteilt. Sowohl früher als auch später.
Das Problem liegt eher darin, dass bei Vorhersagen zur wirtschaftlichen Entwicklung fast immer einfach der momentane Eindruck in die Zukunft extrapoliert wird. Es lief zuletzt gerade rund? Dann muss es im nächsten Jahr noch runder laufen! Es stockt gerade hier und da? Der Abschwung steht vor der Tür! Das hat auch nichts mit Massenmedien zu tun, sondern ist ein generelles Problem bei Vorhersagen zu solchen Fragen. Selbst Experten liefern da nichts anderes, schliesslich beziehen die Medien sich ja auch auf diese. Das Problem ist ganz einfach, dass sowohl bei einer subjektiven Vorhersage wie bei datenbasierten Modellen die jüngste Vergangenheit meist ausschlaggebend ist. Letztlich wird, einfach gesagt, die Kurve in der momentanen Richtung verlängert. Und wenn sich die momentane Richtung plötzlich etwas ändert, sieht die Zukunft plötzlich ganz anders aus. Das ist aber nicht wirklich negativ gemeint, sondern liegt schlicht in der Natur der Sache. Effektive Veränderungen, also wann und wie sich eine Kurve krümmt, korrekt vorauszusagen ist enorm schwierig, erst recht in einem Bereich, der derart komplex, dynamisch und von z.T. völlig irrationalen politischen Entscheidungen beeinflussbar ist..
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