DGB-Studie Frauen verdienen schon in der Ausbildung weniger als Männer

Weibliche Azubis bekommen weniger Geld als männliche. Dabei arbeiten sie laut DGB länger und haben weniger Urlaubstage. Der Grund für die Unterschiede: Frauen lernen oft in kleineren Betrieben - und dort wird schlechter bezahlt.

Auszubildende (Modellbau bei Daimler): "Harte Arbeit, Überstunden, rauer Ton"
dpa

Auszubildende (Modellbau bei Daimler): "Harte Arbeit, Überstunden, rauer Ton"


Berlin - Frauen werden schon während der Ausbildung benachteiligt. Das geht aus dem Ausbildungsreport 2009 des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Demnach verdienen Frauen in Ausbildungsberufen, die mehrheitlich weiblich besetzt sind, wie etwa Friseurhandwerk oder Hotellerie, deutlich weniger als Männer, die sich zum Metallbauer oder Elektroniker ausbilden lassen. Im Schnitt liegt die Vergütung 22 Prozent unter der von männlichen Lehrlingen. Damit werde schon der Trend für das spätere Berufsleben vorgezeichnet, erklärte der DGB.

Auch arbeiten Frauen der Studie zufolge in der Ausbildung mehr als Männer. Während 61 Prozent der Männer angaben, Überstunden würden ausgeglichen, war das nur bei 48 Prozent der Frauen der Fall. Junge Metallbauer und Elektroniker haben sogar drei Urlaubstage mehr als Frisörinnen oder medizinische Fachangestellte. In der repräsentativen Studie befragte der DGB knapp 7000 Lehrlinge in den 25 häufigsten Ausbildungsberufen.

Grund für die Ergebnisse ist dem DGB zufolge die Tatsache, dass sogenannte Frauenberufe überwiegend in sehr kleinen Betrieben erlernt werden. Besonders im Hotel- und Gastgewerbe sei die Ausbildung deutlich schlechter als in anderen Berufen. "Harte Arbeit, viele Überstunden, ein oftmals rauer Ton und das Gefühl, ausgenutzt zu werden", sagte die DGB-Vizevorsitzende Ingrid Sehrbrock bei der Vorstellung der Studie. Entsprechend ist die Ausbildung im Restaurantfach bei den Befragten auch am unbeliebtesten. Die Ausbildung zum Fachinformatiker hat hingegen bei beiden Geschlechtern das höchste Ansehen.

Sehrbrock forderte, die Arbeit von Frauen endlich angemessen zu vergüten. "Frauen dürfen nicht länger dafür bestraft werden, dass sie Dienstleistungen erbringen, Menschen pflegen oder beruflich Kinder erziehen."

fro/Reuters/ddp/AFP



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