Umfrage Die vier größten Sorgen der Deutschen

Schuldenkrise, Extremismus, Flüchtlinge: Nach einer neuen Studie werden die Ängste der Deutschen von globalen Großthemen bestimmt. Private Sorgen treten in den Hintergrund.

DPA

Private Themen scheinen den Deutschen kaum Sorgen zu bereiten. Erst jüngst hatte eine Umfrage gezeigt, dass die 30- bis 59-Jährigen in der Mehrheit sogar sehr zufrieden sind. Jetzt belegt eine repräsentative Studie der R+V-Versicherung, dass die Ängste der Deutschen vor allem globalen Problemen gelten.

"Aktuelle Bedrohungen und Herausforderungen, die von außen auf uns zukommen, lösen in diesem Jahr sehr große Ängste aus", erklärte Rita Jakli, Leiterin des Infocenters der Versicherung. Sorgen bereiten den Deutschen zum Beispiel die Schuldenkrisen einiger Euro-Staaten. 64 Prozent der Befragten fürchten, dass deswegen hohe Kosten auf sie zukommen werden. Jeder Zweite bangt auch um den Euro.

Die zweitgrößte Angst hierzulande ist laut der Studie nicht politischer Natur: Naturkatastrophen. Dieses Thema ist zum ersten Mal eine große Sorge unter den Deutschen. Die R+V-Versicherung begründet das mit etlichen schweren Stürmen, Erdbeben und Fluten, die es weltweit gab. Im April hatte ein Erdbeben der Stärke 7,8 Nepal heimgesucht.

Ängste spiegeln sowohl globale als auch deutsche Zustände wider

Auch die Furcht vor Terrorismus ist weit verbreitet, sie rangiert auf Platz drei. "Für Deutschland mit seiner pazifistischen Grundstimmung sind Terror und Krieg besonders furchterregend", sagte der Politologe Manfred Schmidt von der Universität Heidelberg. Zuletzt kam es mit dem Angriff auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo" in Paris und den Anschlägen auf Touristen in Tunesien zu mehreren terroristischen Gräueltaten.

Auf Platz vier der Liste der größten Ängste: die "Überforderung von Behörden durch Asylbewerber". Jeder Zweite hat laut der Umfrage davor "große Angst" (50 Prozent).

"Viele Ängste spiegeln die Bedrohungen in einer modernen Gesellschaft im Zeitalter von Globalisierung und Europäisierung wider", sagte Politologe Schmidt. Hinzu kämen aber auch speziell deutsche Sorgen - etwa die Angst, als Steuerzahler wegen der Unterstützung der EU-Krisenstaaten übermäßig zur Kasse gebeten zu werden. Das gelte auch für die Flüchtlingsfrage: "Kaum ein anderes Land verzeichnet derzeit so viel Zuwanderung wie Deutschland."


Daten zur repräsentativen Umfrage:

Zeitraum: 5. Juni bis 17. Juli 2015

Teilnehmer: 2400 Deutsche

mka/dpa



insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mightyschneider 03.09.2015
1.
Durch die massenhafte Einwanderung von kulturfernen Menschen wird sich Deutschland massiv und nachhaltig verändern, das ist evident und sicher keine "Angst". Es wird nicht einfach der Träger der Kultur gewechselt, sondern es wird zu Kulturabbrüchen kommen. Eine Gesellschaft kann stets einige Ausländer integrieren, aber viertel oder halbe Völker können nicht integriert werden. Aber das alles war jedem Promassenasylaktivisten vorher klar.
3141 03.09.2015
2.
@1: Wie ich bereits jemandem, der dasselbe auf facebook behauptete ( wenn auch mit deutlich rassistischeren Worten, die ich ihnen nicht unterstellen möchte) vorrechnete, ist das so nicht wahr. aber hier gerne noch einmal: "Ok, Matthias Gross.. Deine Statistiken stimmen. Ja, es wurden exakt 714 966 Kinder geboren. Ja es werden etwa 800000 Flüchtlinge dieses Jahr kommen. Allerdings ist der Rest absoluter Schwachsinn. Erstens: Die meisten Flüchtlinge sind keine Säuglinge (Zwar habe ich keine Quelle finden können, aber ich glaube nicht, dass Säuglinge es allein hierher schaffen würden.. außerdem sagten sie nicht selbst etwas von Männern?). Daher ist das schonmal ein sachlich falsches Argument. Es wird keine "deutsche Generation" als Minderheit geboren. Zweitens: Ich gebe ihrer unklugen Behauptung noch eine Chance und berechne das mal für die Gesamtbevölkerung: Ingesamt leben etwa 81100000 Menschen in Deutschland (Stand:2014). Davon sind 20,3% Menschen mit Migrationshintergund jeglicher Herkunft Bitte nicht anstrengen, ich rechne es Ihnen vor: 20,3% von 81100000 sind 16463300 Menschen mit Migrationshintergrund und in Deutschland. Wenn wir jetzt vereinfacht annehmen, das wir dieselbe Todes- und Geburtsrate wie 2014 haben, dann kommen wir zu folgendem Ergebnis: Ausgangspunkt: 81100000 Menschen leben in Deutschland, davon sind 16463300 Menschen mit Migrationshintergrund (20.3%) und 64636700 (79,7%) Deutsche. Wir haben also 81100000 + 714966 (Neugeborene -> Davon 20,3% Menschen mit Migrationshintergrund = 145138, und 79,7% Deutsche = 569828) - 868373 Todesfälle ( Davon 20,3% Menschen mit Migrationshintergrund =176280 und 70,7% Deutsche = 692093) + 800000 Flüchtlinge. Rechnen wir dann mal unter der Annahme ihrer schlimmsten Furcht aus, dass die alle hierbleiben würden. Deutsche: 64636700 + 569828 (Neugeborene Deutsche) - 692093 (gestorbene Deutsche) = 64514435 Deutsche Menschen mit Migrationshintergrund: 16463300 + 800000 (Flüchtlinge) + 145138 (Geburten) - 176280 (Todesfälle) = 17232158 Menschen mit Migrationshintergrund. Also lass uns mal die Prozentzahl ausrechnen: 64514435 Deutsche + 17232158 Menschen mit Migrationshintergrund ergibt 81746593 Menschen, die in Deutschland Ende 2015 leben (vereinfacht gerechnet) Das ergibt dann nach den Regeln der Prozentrechnung einen Migrantenanteil von 21,08% Für mich sieht das nicht so aus, als würden die Deutschen in die Minderheit geraten. Und da ich meine Quellen bekannt gebe, statt Lügen in den Raum zu stellen: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Geburten/Geburten.html"
meine_foren 03.09.2015
3.
Ich fühle mich als Bürger Deutschlands und der EU soweit pudelwohl, nur die radikalen und extremen Strömungen durch die Linken, Rechten und Islamisten gehen mir so langsam tierisch auf den Sack. Ich werde mir meine demokratischen und freiheitlichen Rechte von niemandem nehmen lassen und fordere für diese Kriminellen die maximale Härte des Gesetzes!
ackergold 03.09.2015
4.
Zitat von mightyschneiderDurch die massenhafte Einwanderung von kulturfernen Menschen wird sich Deutschland massiv und nachhaltig verändern, das ist evident und sicher keine "Angst". Es wird nicht einfach der Träger der Kultur gewechselt, sondern es wird zu Kulturabbrüchen kommen. Eine Gesellschaft kann stets einige Ausländer integrieren, aber viertel oder halbe Völker können nicht integriert werden. Aber das alles war jedem Promassenasylaktivisten vorher klar.
Das sehe ich anders. Länder wie die USA oder Kanada bestehen zu 99% aus Einwanderern und deren Nachkommen. Wieso sollte es zu "Kulturabbrüchen" kommen, was auch immer das sein mag? Kultur ist immer etwas, das sich weiter entwickelt und wir malen heute andere Bilder als Rubens, hören andere Musik als Bach, lesen andere Bücher als Grimmelshausen. Und trotzdem sind weder Rubens, noch Bach, noch Grimmelshausen ausradiert. Es herrscht lediglich eine gewisse Paranoia von Leuten, die sich selbst zwar als "Kulturträger" bezeichnen, aber letztlich nur Pegida-Dumpfbacken sind, die mit Ach und Krach eine Postkarte lesen können. Ja, die Kulturlosen schreien am Lautesten nach Kulturverlust, als wären daran die Syrer Schuld. Es ist absurd.
art_rufus 03.09.2015
5. @2
Ich will mich nicht anstrengen, würden Sie das mal bitte für die nächsten 30-50 Jahre hochrechnen? Gerne der Einfachheit halber unter Annahme gleichbleibender Raten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.