Software-Updates Autoindustrie darf Kosten für Dieselaffäre von der Steuer absetzen

Die deutschen Autokonzerne können in der Dieselaffäre einen dreistelligen Millionenbetrag an Steuern sparen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor.
BMW-Chef Harald Krueger, Daimler-Chef Dieter Zetsche, VW-Chef Matthias Müller

BMW-Chef Harald Krueger, Daimler-Chef Dieter Zetsche, VW-Chef Matthias Müller

Foto: Axel Schmidt/ AP

Die deutsche Autoindustrie kann die Kosten für die Software-Updates bei Millionen Dieselautos steuerlich absetzen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung"  ("SZ") unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken.

"Die den Herstellern entstehenden Kosten sind bilanzrechtlich Betriebsausgaben der Unternehmen", schreibt demnach Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake in einem Papier, das der Zeitung vorliegt. Die Hersteller dürfen ihren Gewinn somit um die Kosten für die Software-Nachrüstungen mindern.

Allein bei Updatekosten von 100 bis 200 Euro für mehr als fünf Millionen Fahrzeuge ließe sich der Gewinn branchenweit um bis zu eine Milliarde Euro mindern und ein dreistelliger Millionenbetrag an Steuern sparen, schreibt die "SZ". Auch die sogenannten "Umweltprämien" der Branche beim Kauf neuer Dieselfahrzeuge - und damit Rabatte - sind nach Angaben aus Regierungskreisen wohl absetzbar.

Damit dürften die Verursacher die Folgen der Abgasaffäre steuerlich geltend machen, nicht aber die Betroffenen. Unternehmen oder Privatpersonen können eine mögliche Wertminderung ihrer Fahrzeuge nicht absetzen. Das hatte die Regierung nach Beginn der Affäre im Fall VW klargestellt.

Die Opposition kritisiert das Vorgehen heftig. Die Autokäufer blieben auf ihrem Schaden sitzen, und mit ihren Steuern werde die Autoindustrie alimentiert, sagte Linken-Verkehrspolitiker Herbert Behrens.

ssu/AFP/dpa
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