Umfrage des DIHK Deutsche Exporteure verlieren ihren Optimismus

So groß war die Verunsicherung zuletzt vor dreieinhalb Jahren: Deutschlands Exporteure haben für dieses Jahr nur noch mäßige Erwartungen. Jedes achte Unternehmen befürchtet sogar Einbußen. Das zeigt eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.
Schweißer am Hamburger Hafen: Mäßige Erwartungen der Exporteure

Schweißer am Hamburger Hafen: Mäßige Erwartungen der Exporteure

Foto: Marcus Brandt/ dpa

Berlin - Die deutschen Exporte sollten das schwache Wachstum in diesem Jahr beleben. Doch der mäßige Jahresbeginn hat vielen Unternehmern die Laune verdorben. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) in mehr als 25.000 Firmen zeigt: Die Erwartungen an ein Exportwachstum in diesem Jahr sind mäßig.

Zwar rechnen 30 Prozent der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten mit einem wachsenden Auslandsgeschäft - fast jedes achte Unternehmen befürchtet aber Rückgänge. "In den nächsten Monaten dürften sich die Ausfuhren damit wenig dynamisch entwickeln", heißt es in der DIHK-Befragung.

Im ersten Quartal schrumpften die Warenexporte um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch dadurch wuchs die deutsche Wirtschaft von Januar bis März mit 0,1 Prozent überraschend schwach. "Aufkeimende Hoffnungen auf eine Belebung der Auslandsgeschäfte vom Jahresbeginn haben sich bislang nicht erfüllt", stellte der DIHK nun fest.

"Erneute Rückschläge durch die Turbulenzen in Zypern und die schwache Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone, insbesondere in Frankreich und Spanien, belasten weiterhin." Verlass sei dagegen auf zahlreiche Schwellenländer sowie auf die USA, wo "Made in Germany" immer stärker nachgefragt werde.

"Verunsicherung zuletzt 2010 ähnlich hoch"

41 Prozent der exportierenden Firmen geben die Auslandsnachfrage als Hauptrisiko für ihre Geschäftsentwicklung an. "Die Verunsicherung war zuletzt zu Jahresbeginn 2010 ähnlich hoch", so der DIHK. Neben der Schuldenkrise erschwerten wachsende Handelshemmnisse in Lateinamerika und Schwierigkeiten in China oder Brasilien das Geschäft.

Die Kursentwicklung des Euro bereitet dagegen nur elf Prozent der Unternehmen Sorgen. Da immer mehr Vorleistungen importiert würden, verliere der Wechselkurs an Bedeutung. Viele Firmen hätten zudem jahrelange Erfahrungen bei Geschäften zur Absicherung gegen Wechselkursrisiken. "Dennoch sind die Devisemärkte derzeit Spannungen ausgesetzt", erklärte der DIHK. "Gegenüber dem Yen gewinnt der Euro seit Monaten stetig an Wert." Japanische Auto- und Maschinenbauer gehören zu den größten Konkurrenten der deutschen Exporteure. Ein billiger Yen verschafft ihnen Vorteile.

cte/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.