Studie von SPIEGEL und Bayerischem Rundfunk Migranten werden bei der Wohnungssuche benachteiligt

Wohnungssuche mit ausländischem Namen ist schwer. Besonders stark diskriminiert werden Menschen arabischer und türkischer Herkunft. Das zeigt ein groß angelegtes Experiment in zehn deutschen Städten.
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Jörn Kaspuhl/ SPIEGEL ONLINE

Auf den Wohnungsmärkten in deutschen Großstädten haben Ausländer deutlich schlechtere Chancen als Bewerber mit klassischen deutschen Namen. Das ergab eine gemeinsame Untersuchung  der Datenjournalisten des SPIEGEL und des Bayerischen Rundfunks. Wohnungssuchende mit türkischem oder arabischem Namen werden demnach besonders stark diskriminiert. Sie gingen in jedem vierten Fall leer aus, in dem ein deutscher Interessent eine positive Rückmeldung auf seine Anfrage erhielt. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die Datenjournalisten beider Medien hatten eine Gruppe fiktiver Testpersonen über mehrere Wochen ins Rennen um Besichtigungstermine für Mietwohnungen geschickt. Insgesamt versendeten sie rund 20.000 Anfragen auf Online-Angebote und erhielten 8000 Antworten. Die Testpersonen waren nahezu identisch, lediglich ihr Name variierte und ließ auf eine Herkunft aus Deutschland, Polen, Italien, der Türkei und dem arabischen Raum schließen.

Die Auswertung der Antworten zeigt: Auf den engen Mietmärkten in München und Frankfurt am Main ist die Diskriminierung besonders groß, private Wohnungsvermieter benachteiligen Ausländer zudem stärker als gewerbliche. Und unter den arabischen und türkischen Bewerbern haben es Männer noch schwerer als Frauen.

Christina Elmer, Ulrike Köppen, Steffen Kühne, Oliver Schnuck, Robert Schöffel, Patrick Stotz, Achim Tack
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