DIW-Prognose Deutsche Wirtschaft könnte Ende 2021 auf Vorkrisenniveau sein

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sind bedenklich, für die Wirtschaft gibt es laut einer DIW-Prognose dennoch Grund zur Zuversicht – zumindest unter bestimmten Bedingungen.
Abgesperrter Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte

Abgesperrter Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte

Foto: imago images / Bildgehege

Die deutsche Wirtschaftsleistung könnte Ende 2021 das Vorkrisenniveau wieder erreichen, wenn das Corona-Infektionsgeschehen im Laufe dieses Winters unter Kontrolle kommt. Davon geht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aus. Ziehen sich die Corona-Einschränkungen bis in den Frühling, sei eine noch tiefere Wirtschaftskrise möglich.

»Ein vorübergehender harter Lockdown ist wohl unausweichlich und wäre die bessere Option sowohl für die Gesundheit der Menschen als auch für die Wirtschaft«, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Beides gehe Hand in Hand. Eine Dauerschleife milderer Einschränkungen schade der Wirtschaft stärker.

Wichtig seien Investitionen der öffentlichen Hand. Daneben spiele es eine Rolle, ob zentrale Handelspartner der Bundesrepublik Corona erfolgreich bekämpfen können.

Das DIW geht in seinen Berechnungen davon aus, dass Impfungen die Seuche im Laufe des Winters in den Griff bekommen. Die Risiken seien beträchtlich, sagte Konjunkturexperte Claus Michelsen. »Wenn die Erholung im Frühjahr ausbleibt, das Virus länger und heftiger grassiert, könnten viele Unternehmen und in der Folge auch Banken in Schieflage geraten.«

2020 dürfte das deutsche Bruttoinlandsprodukt laut DIW-Prognose um 5,1 Prozent schrumpfen. Im kommenden Jahr sei im günstigen Fall ein Plus von 5,3 Prozent möglich, im ungünstigen ein weiteres Minus von 1,5 Prozent.

ssu/dpa