DIW-Prognose Wirtschaftsforscher sagen milden Herbst voraus

Der Aufschwung verliert an Tempo, reißt aber nicht ab: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung erwartet für das laufende Quartal ein Wachstum von 0,9 Prozent. Die Experten warnen die Regierung aber vor unüberlegten Maßnahmen.

Containerterminal im Hamburger Hafen: "Eindeutig aufwärts gerichtet"
DPA

Containerterminal im Hamburger Hafen: "Eindeutig aufwärts gerichtet"


Berlin - Der kleine Dämpfer kommt mit Ankündigung: Der Aufschwung kühlt sich in den kommenden Monaten etwas ab, sagen die Fachleute des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung voraus. Mehrere Konjunkturprogramme liefen aus, zudem seien auch die Nachholeffekte in der Bauwirtschaft nach dem strengen Winter weitgehend abgearbeitet. Und dann sei da noch die konjunkturelle Abschwächung insbesondere in den USA, aber auch China, die deutschen Exporteuren in den kommenden Monaten das Geschäft leicht versauern dürfte.

Kurz gesagt: Das DIW rechnet mit einem schwächeren Wachstum als in den Vormonaten. So signalisiert das DIW-Konjunkturbarometer für das dritte Quartal nur noch ein kleines Plus von 0,9 Prozent, wie das Institut am Montag mitteilte. Im zweiten Quartal war das deutsche BIP im Vergleich zum ersten Jahresviertel noch um 2,2 Prozent gestiegen.

Der Wirtschaftsaufschwung wird sich nach Einschätzung der Experten dennoch im Herbst fortsetzen. Die Zuwachsraten lägen deutlich über den längerfristigen Durchschnittswerten. "Die Konjunktur bleibt eindeutig aufwärts gerichtet", sagte DIW-Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner. Vor allem der Konsum der privaten Haushalte dürfte das Wachstum stützen. Dazu trage insbesondere die robuste Entwicklung am Arbeitsmarkt bei, die die Arbeitsplatzsicherheit erhöhe.

Sorge bereitet den Experten dagegen die aktuelle Diskussion in der Bundesregierung im Hinblick auf Steuersenkungen. "Steuersenkungen würden nur Strohfeuereffekte auslösen, das strukturelle Defizit weiter erhöhen und die spätere Konsolidierung erschweren", sagte Fichtner. Stattdessen komme es darauf an, Unternehmen und Haushalte vom Sparen zu überzeugen. "Dadurch werden neue Wachstumsimpulse gesetzt", erklärte er.

yes/apn/ddp

insgesamt 16 Beiträge
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nixkapital 30.08.2010
1. Oh je...
Zitat von sysopDer Aufschwung verliert an Tempo, reißt aber nicht ab: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung erwartet für das laufende Quartal ein Wachstum von 0,9 Prozent. Die Experten warnen die Regierung aber vor unüberlegten Maßnahmen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,714506,00.html
"Steuersenkungen würden nur Strohfeuereffekte auslösen, das strukturelle Defizit weiter erhöhen und die spätere Konsolidierung erschweren", sagte Fichtner. Stattdessen komme es darauf an, Unternehmen und Haushalte vom Sparen zu überzeugen. "Dadurch werden neue Wachstumsimpulse gesetzt", erklärte er" Unternehmen und Haushalte sollen sparen! Wie werden da Wachstumsimpulse gesetzt? Was für ein Experte...
Realo, 30.08.2010
2. Die meisten Tarifverhandlungen....
....beginnen im Herbst. "Milde" wird das nicht !
newliberal 30.08.2010
3. Wie, was
keinen Aufschwung mehr ? Letzte Woche Montag sah die Welt doch noch nach Wirtschaftswunder 2.0 aus. Ja wir leben fürwahr in schnellebigen Zeiten.
arioffz 30.08.2010
4. Das soll wohl
ein Witz sein, kein Wirtschaftswunder mehr, keine satte Lohnerhöhung, das man vom verdienten auch mal leben kann? Diese Experten mit Ihren Prophezeiungen sind das beste was wir haben! Und was soll dieses Geschwafel von Steuersenkungen, welche denn? Die, die man auf anderer Seite wieder erhebt! Je öfter man eine Lüge lügt, desto mehr wird sie zur Wahrheit!
barca 30.08.2010
5. Zwischentief
Ist doch klar. Jetzt, wo die Weichen für die nächsten Lohnerhöhungen gestellt werden, schrumpft das Wirtschaftswachstum massiv. Wenn wir noch etwas warten, wird vielleicht sogar eine vorübergehende Rezession daraus - bis die Lohnrunden abgeschlossen sind. Dann kann es auch wieder offiziell nach oben gehen.
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