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10. Juli 2013, 16:00 Uhr

DIW-Studie

Steuersystem halbiert Lohnnachteile von Frauen

Frauen verdienen weniger als Männer - dafür zahlen Männer höhere Steuern. Laut einer DIW-Studie ist die Lücke zwischen den Geschlechtern beim Nettolohn nur halb so hoch wie beim Bruttolohn. Das Ehegattensplitting vergrößert die Einkommensnachteile dagegen.

Berlin - Das deutsche Steuersystem mit seinen ansteigenden Steuersätzen dämpft die Einkommensnachteile von Frauen am deutschen Arbeitsmarkt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet in einer Studie vor, dass deswegen die Schere zwischen den Einkommen von Frauen und Männern netto nur etwa halb so groß ausfällt wie brutto.

Hauptgrund dafür ist die progressive Einkommensteuer, die hohe Einkommen prozentual stärker belastet als niedrige und so die Einkommensungleichheit verringert. In Westdeutschland liegen die mittleren Monatseinkommen von Männern vor Steuern 13 Prozent über denen von Frauen, nach Steuern nur noch rund sechs Prozent. In Ostdeutschland ist der Effekt des Steuersystems etwas schwächer: Hier verringert sich die Lohnlücke von zehn auf sechs Prozent.

Teilweise große Unterschiede zwischen Mann und Frau

Verheiratete Frauen profitieren davon weniger als ledige. Die Schuld daran geben die Autoren dem Ehegattensplitting: Wegen der hohen Steuerlast auf die Einkommen der Zweitverdiener gebe es insbesondere für Frauen in Westdeutschland falsche Anreize, sich mit kleinen Jobs zu begnügen. Eine Abschaffung des Splittings würde die Situation der Frauen auf dem Arbeitsmarkt verbessern, argumentieren sie.

Ein größerer Teil der objektiv vorhandenen Verdienstunterschiede lässt sich erklären durch Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Ausbildung, Arbeitszeit oder Berufserfahrung - so arbeiten Frauen tendenziell in Branchen mit geringeren Löhnen und häufiger in Teilzeit. Es bleibt aber laut DIW eine unerklärte Lohnlücke, die als Diskriminierung der Frauen gewertet werden müsse.

ade/dpa

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