Öllecks Nigerias Dörfer verklagen Shell

Dutzende Dörfer in Nigeria leiden unter den Folgen von zwei Öllecks - nun wollen sie den Konzern Shell dafür zur Verantwortung ziehen: Sie klagen auf Schadensersatz. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Lagos - Shell bekommt Ärger: Wegen der Umweltverschmutzung durch zwei Öllecks haben 35 nigerianische Dörfer das Unternehmen vor einem britischen Gericht verklagt.

Der Konzern habe zu langsam auf die Unglücke im Nigerdelta im Jahr 2008 reagiert, hieß es zur Begründung. Durch das Auslaufen des Öls sei den Menschen in der Region die Lebensgrundlage entzogen worden.

Shell wies die Anschuldigungen zurück. Die genannten Lecks stünden nur für einen sehr geringen Teil der Zerstörung in einem Gebiet, in dem Diebe regelmäßig und ohne Rücksicht auf die Umwelt Leitungen anzapften. Die Dörfer fordern in ihrer Klage Schadensersatz in nicht genannter Höhe.

Shell hatte kürzlich bekanntgegeben, dass die Zahl der Öllecks im vergangenen Jahr gestiegen ist. Die Zahl der Pannen habe von 195 auf 207 zugenommen, hieß es. Sie könnte sogar noch höher ausgefallen sein und nachträglich korrigiert werden.

Der Shell-Chef konnte sich indes über eine kräftige Gehaltserhöhung freuen: Rund 10,4 Millionen Pfund zahlte der Ölmulti dem Vorstandsvorsitzenden Peter Voser 2011, inklusive aller Boni und langfristiger Vergütungen. Umgerechnet sind das rund 11,7 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Das Unternehmen verbuchte im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von rund 18 Milliarden Pfund, eine Steigerung von 54 Prozent im Vergleich zu 2010. Hauptgrund dafür war der hohe Ölpreis, der 2011 im Schnitt bei mehr als hundert Dollar pro Barrel (159 Liter) lag.

ssu/dapd