Trump attackiert Macron "Make France great again!"

Im Handelsstreit mit der EU hat US-Präsident Trump einen gewagten Vergleich bemüht: die Qualität der Weine in Frankreich und den USA. Es folgte eine Breitseite gegen den französischen Staatschef Macron.
Demonstranten mit Masken von Donald Trump und Emmanuel Macron

Demonstranten mit Masken von Donald Trump und Emmanuel Macron

Foto: Vadim Ghirda/ AP

In Paris hatten sich Donald Trump und Emmanuel Macron um Einigkeit bemüht. Zwei Tage nach dem Staatsbesuch scheint der höfliche Umgang wieder passé: Auf Twitter hat der US-Präsident seinen französischen Amtskollegen scharf attackiert.

"Frankreich stellt hervorragenden Wein her, das tun die USA aber auch", schrieb Trump. "Das Problem ist, dass es Frankreich für die USA sehr schwer macht, ihre Weine nach Frankreich zu verkaufen und hohe Zölle erhebt." Sein Land dagegen mache es den französischen Weinbauern leicht. Das sei nicht fair und müsse sich ändern.

Trumps Argument gegen EU-Armee: Die Gefahr sei Deutschland gewesen

Trump kritisierte auch erneut Macrons Idee einer europäischen Armee - und mokierte sich über dessen "niedrige Zustimmungsraten" in der französischen Bevölkerung. An den französischen Präsidenten gerichtet, schrieb er im Duktus seines Wahlkampfslogans: "Make France great again!"

Der US-Präsident hatte in Paris an den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkrieges teilgenommen. Bereits bei seiner Ankunft hatte er Macrons Idee einer europäischen Armee als beleidigend für die USA bezeichnet. Später rangen sich beide jedoch zu einem sichtlich freundlicheren Umgang durch - einen zu festen Händedruck inklusive.

Bei seiner Kritik an einer europäischen Armee verwies Trump auf die historische Erfahrung Frankreichs aus den beiden Weltkriegen - dass die Gefahr damals innerhalb Europas entstand. "Es war Deutschland in den Weltkriegen Eins & Zwei - wie hat das für Frankreich funktioniert?"

Damals sei in Paris damit begonnen worden, Deutsch zu lernen, bevor die USA eingegriffen hätten. Trump schloss seine Ausführungen mit seiner erneuten Aufforderung an die Nato-Länder, mehr für das Verteidigungsbündnis auszugeben. Kanzlerin Angela Merkel dagegen unterstützt den Vorstoß Macrons, gerade um der Welt zu zeigen, "dass es zwischen den europäischen Ländern nie wieder Krieg gibt".

Der US-Präsident nannte Macrons Idee einer europäischen Armee dagegen ein Manöver, um von dessen niedrigen Popularitätsraten abzulenken: "Er hat nur versucht, das Thema zu wechseln."

apr/AFP