Trotz Deeskalation im Handelsstreit Trump betont Festhalten an Strafzöllen gegen China

Nach dem Gespräch zwischen Donald Trump und Xi Jinping ist klar: China und die USA verhandeln wieder, die Eskalation ist ausgeblieben. Der US-Präsident hält den Druck allerdings per Twitter hoch.

Donald Trump in Osaka: "Ich bin nicht in Eile"
Tomohiro Ohsumi/Getty Images

Donald Trump in Osaka: "Ich bin nicht in Eile"


Immerhin: Noch weiter verschärft hat sich der Handelsstreit zwischen den USA und China nicht. Das Treffen zwischen den Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping am Rande des G20-Treffens in Osaka galt im Vorfeld als entscheidend dafür, ob der Konflikt weiter eskalieren würde - konkret ob Trump die angedrohten weiteren Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Waren im Wert von mehr als 300 Milliarden Dollar gegen China verhängt oder nicht.

Dazu wird es durch den in der japanischen Stadt vereinbarten Waffenstillstand nun vorerst nicht kommen. Doch von einer wirklichen Lösung ist der Handelsstreit zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten der Welt noch weit entfernt. Das machte der US-Präsident gleich nach dem Gipfel auf Twitter deutlich. "Es gibt keine Reduktion der Zölle, die gegenwärtig von China verlangt werden", schrieb Trump am Sonntag (Ortszeit).

Der Satz steht ganz am Ende einer längeren Stellungnahme Trumps über drei Tweets hinweg. Dabei ließ er zwar auch einige freundliche Bemerkungen fallen, etwa dass das Treffen mit Xi großartig gewesen sei, "viel besser als erwartet". Auch gab Trump seine Entscheidung bekannt, dem chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei den Einkauf bei US-Techkonzernen wieder zu erlauben.

Allerdings machte Trump auch deutlich, dass er die Verhandlungen mit China weiter hart zu führen gedenkt. Es gebe keinen Zeitdruck dafür, so Trump. Die Qualität des Ergebnisses sei ihm weit wichtiger als die Geschwindigkeit.

Ein Ergebnis in seinem Sinne verkündete Trump ebenfalls: China wolle in naher Zukunft große Mengen landwirtschaftlicher Produkte aus den USA bestellen.

Bisher gelten bereits Sonderzölle auf Einfuhren aus China im Wert von rund 250 Milliarden Dollar. Zu zahlen sind die Zölle zwar von den US-Importeuren. Sie wirken sich aber auch auf die Wirtschaft in China aus, dessen Wachstum dadurch deutlich gebremst wurde.

Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
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Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
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fdi/dpa

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Eronica 30.06.2019
1. Den Einkauf bei
US-Konzernen erlauben? Der hat ne Meise, die US-Konzerne sind darauf angewiesen ihre Produkte zu verkaufen und die Amis können doch damit gleichzeitig spionieren. Die wollen doch keine Konkurrenz.
123rumpel123 30.06.2019
2. alles beim alten
Das sich in den Staaten Republikaner und Demokraten in der Causa China einig sind, haben die Trump-Boys da den Rücken frei. Huawei ist nach wie vor auf der " schwarzen Liste" und die jetzt freigegebenen Lieferungen sind nicht "in Stein" gemeißelt. Wobei nach wie vor auf die Stellungnahme gewartet werden muss, ob grundsätzlich alle Lieferungen/Bauteile an Huawei freigegeben wurden/werden. Die Aussperrung Huaweis von sicherheitsrelevanten Projekten wie dem G5-Netz hat wohl auch noch Bestand. Und es wäre eine Überraschung wenn die Sperre nicht auf das gesamte westliche Bündnis ausgedehnt werden würde. Handelspolitisch ist der G-20-Gipfel eher als "festgefahren und betoniert" anzusehen. Das kolportierte Fazit:".....das China sich durchgesetzt habe.........", halte ich für übertrieben.
draco2007 30.06.2019
3.
Und was ist das dann für eine Deeskalation? Das beharren auf dem Status Quo ist keine Deeskalation, sondern nur Stillstand...
Heimratt 30.06.2019
4. Strafzölle gegen die eigene Bevölkerung.
SPON sollte es zur Kenntnis nehmen, dass es "Strafzölle" des Oberlehrers Trump gegen die eigene Bevölkerung ist. Denn die zahlt, falls sie noch weiter chinesischen Waren kauft. Die chinesischen Produzenten lenken dann eben ihre Produkte in andere Länder, wenn die exorbitanten Preise in den USA verhindern, dass dort weiter Chinaware gekauft wird. Trump überschätzt die Stellung der USA in der Welt erheblich. Es gibt nur 320 Mio. US-Konsumenten. China hat 1,4 Mrd. davon. Huawei z.B. verkauft jährlich 200 Mio. Smartphones, davon seit 2013 in den USA keine mehr. Die müssen die überteuerten Apple-Dinger kaufen, die übrigens auch in China hergestellt werden. Bei Foxconn. Auch die deutsche Industrie sollte allmählich aus ihrer Angststarre erwachen und feststellen, dass die USA nur ein Markt unter vielen ist. Abhängig von den USA ist kein einziger deutscher Produzent. Die USA ist nur gefährlich durch ihre Atombomben, ansonsten ist sie längst ein brüllender Trumpel-Tiger. Eher Bettvorleger denn reizendes Haustier. Auch wenn die Atlantik-Brücken-Journalistik versucht, die Deutschen in Angst vor der USA zu halten. Übrigens ist dort auch Angela Merkel Mitglied, so ist sie die Bundeskanzlerin der USA.
frankfurtbeat 30.06.2019
5. für ...
für Unternehmen welche mit den USA Handel betreiben und an amerikanischen Börsen gelistet sind ist es noch immer ein Problem. Der richtige Schritt wäre weg den von US-Börsen! Die USA mit ihren 320 Millionen Konsumenten - davon ein Großteil angewiesen auf Billigst-Produkte sind interessant aber ersetzbar. Würde sich Europa und bspw. dem geographisch nahe gelegenen Russland annähern ergebe dies in Summe einen Konkurrenten für die USA - daher versucht man dies seit über 100 Jahren mit allen Mitteln zu verhindern. Mit chinesischer 5G-Technik mag es sein das man spionieren kann - aber das kann man schon lange mit Produkten aus den USAund wird auch permanent von den Amerikanern so gelebt. Letzter bekannter Vorfall - das mobile von Merkel. Den USA geht es darum, die Chinesen auszubremsen damit diese nicht den technischen Vorsprung erreichen und die Technik aus den USA alt aussehen lässt. Die Konzerne haben den Chinesen die Basis gegeben indem man Geschäfte abgeschlossen hat wobei für den Chinesen die Dokumentationen (Blaupause) das wichtgste gewesen ist. Sicher kann es nicht sein das man einfach Entwiclungen kopiert, billigst produziert und in die Märkte, aus denen die Entwicklungen stammen, verkauft. Somit trägt auch China eine gewisse Teilschuld.an der aktuellen Situation. Bezieht man das Kriterium Umwelt mit ein so wäre eine Abkühlung der Konjunktur das Beste was passieren könnte. Der Planet besteht fast nur noch aus Bruttosozialprodukt sowie Produktion von Schadstoffen für Mensch, Tier und Natur - alles unter dem Namen Konsum.
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