Kosten für Steuerzahler Die Millionen-Trips der Trumps

Ob im Trump-Tower, im Club Mar-a-Lago oder bei Geschäftsreisen der Söhne: Die Präsidentenfamilie wird in den USA traditionell beschützt und umsorgt. Seit der Wahl Donald Trumps ist das jedoch deutlich teurer als bisher.

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Dieses Wochenende dürfte für Donald Trump vergleichsweise entspannt verlaufen. Der US-Präsident zog sich in seine luxuriöse Ferienresidenz Mar-a-Lago in Florida zurück - bereits zum dritten Mal seit der Amtseinführung vor vier Wochen. Seine beiden Söhne Eric und Donald Jr. sind derweil in die Vereinigten Arabischen Emirate gereist, um den Trump International Golf Club in Dubai zu eröffnen.

Für Geschäftsleute mögen diese Reisen normal sein. Für US-Präsidenten waren sie es bisher nicht. Der Lebensstil der Trump-Familie sprengt laut einem Bericht der "Washington Post" alles, was die staatlichen Behörden an Kosten und logistischem Aufwand gewohnt waren.

Denn die Reisen eines US-Präsidenten und seiner Familie sind teuer. Alle Familienmitglieder werden rund um die Uhr beschützt - das ist seit Jahrzehnten so üblich. Und im Falle der Trumps fällt die Rechnung besonders hoch aus.

Die "Washington Post" schätzt anhand von alten Reisekostenrechnungen des Weißen Hauses, dass sich alleine die drei Trips nach Mar-a-Lago auf mehr als zehn Millionen Dollar belaufen könnten. Während andere Präsidenten sich zum Erholen in das nur 100 Kilometer vom Weißen Haus entfernte Domizil Camp David zurückzogen, fliegt Trump 1600 Kilometer nach Florida - inklusive einer Entourage aus Secret-Service-Mitarbeitern und Beratern. Zudem ist der Luxusklub wegen seiner Küstenlage besonders schwer zu schützen.

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Reisen der Trump-Familie: Teures Präsidentenleben

Zum Vergleich: Die Gesamtreisekosten von Barack Obama beliefen sich laut der konservativen Stiftung Judicial Watch in acht Jahren auf 97 Millionen US-Dollar. "Das Besondere an Präsident Trump ist, dass er weiß, wie viel ein Flugzeug kostet", zitiert die Zeitung Judicial-Watch-Chef Tom Fitton. Nach Mar-a-Lago zu fliegen, sei eben nicht umsonst.

Das Weiße Haus versucht sich an einer Rechtfertigung. "Er macht keinen Urlaub, wenn er nach Mar-a-Lago fliegt", zitiert die "Washington Post" eine Sprecherin. "Der Präsident arbeitet nonstop jeden Tag in der Woche, egal, wo er ist."

Auch die Unterbringung von Trumps Ehefrau Melania und Sohn Barron im Trump-Tower in New York ist kein Schnäppchen. Pro Tag fallen nach Schätzungen der New Yorker Polizei 500.000 Dollar für die Bewachung an. Sollte die First Lady nicht irgendwann doch ins Weiße Haus umziehen, könnten sich diese Kosten pro Jahr auf 183 Millionen Dollar summieren.

Hinzu kommen die Business-Trips der älteren Trump-Kinder, die ebenfalls geschützt werden. Für den jüngsten Dubai-Trip der beiden Söhne dürften nach ersten Rechnungen des Secret Service laut "Washington Post" mehr als 16.000 Dollar für Hotelkosten anfallen. Ein früherer Trip Eric Trumps nach Uruguay habe sogar fast 100.000 Dollar gekostet.

stk

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insgesamt 182 Beiträge
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stefan.martens.75 18.02.2017
1. Was soll so was?
Es gibt keine Regel und kein Gesetz das Präsidenten die Anzahl der Kinder oder die Anzahl an Reisen begrenzt oder vorschreibt. Das sind insbesondere Vorkehrungen die der Staat selbst definiert. Aber Hauptsache wir haben einen weiteren Trump kritischen Artikel geschrieben. Als wenn der nicht nahezu jeden Tag Dinge tut und sagt wo Kritik berechtigt ist.
Dio_genes 18.02.2017
2. verrechnet
15 Millionen monatlich allein für die Bewachung des Trump-Towers? Benötigen die wirklich dafür 500 Polizisten? Mir scheint die Zahl zu hoch gegriffen. Aber es würde mich nicht wundern. Im Zusammenhang mit Trump übertreiben die "seriösen" Journalisten ständig. Immer sind wir kurz vorm Zusammenbruch oder dem dritten Weltkrieg. Geht es nicht endlich mal eine Nummer kleiner? Und wenn Trump seinen kleinen Sohn nach Washington verfrachten würde, würde er trotzdem als Kinderschänder hingestellt, der rücksichtslos ist. Was kann Trump dafür, wenn der Staat solche Aufgaben übernimmt? Soll man künftig nur Singles wählen, weil die weniger Kosten verursachen. Dämlich mal wieder von euch, ihr blöden, hetzenden Fake-News.
sven2016 18.02.2017
3.
Nein, diese Zahlen sind plausibel. Die typischen Kosten früherer Veranstaltungen kann man nachschlagen. Schon spannend, dass der Freund der kleinen, doofen Bürger aus Hillbillyland bei seiner Lebensführung so sparsam ist. Morgen kommt dann wieder "So unfair. Fake news". Bill Maher meinte: "Whiny bitch, Don."
hegoat 18.02.2017
4. Trump verschwendet Steuergelder
Obama hat er vorgeworfen, in acht Jahren fast 100 Mio. Dollar für Urlaub an Steuergeldern verbrannt zu haben. Er selbst hat in den ersten vier Wochen seiner Amtszeit schon zehn Prozent davon verbraucht. Seine Frau kostet eine halbe Million am Tag (was zum Geier ist da so teuer?? Ist ja aufsummiert mehr als Donalds drei Wochenenden in Mar-a-Lago, ähm natürlich "Winter White House", wie er es nennt, bzw. "Southern White House", offenbar will er da nicht nur im Winter residieren. Sehr praktisch, dass die vom Staat dafür aufgewendeten Kosten gleich in seine eigene Tasche fließen, schließlich "vermietet" er ja Mar-a-Lago an die Regierung. Warum hat hier noch keiner wegen Interessenkollision ein Fass aufgemacht?
espressotime 18.02.2017
5. Make America Great Ägäis
Klar, die ersten Jobs hat er doch schon hergezaubert. Nachdem er Obamscare abschaffen will, weil er die Kosten ja für seine Reisen braucht. Warum soll der geschundene Amerikaner zum Arzt gehen dürfen. Sorry, bei aller Liebe zur Familie, aber außer dem Sohn Baron sind doch alle Trump Kinder erwachsene Menschen, die ihr eigenes Geld für sich ausgeben sollten.
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