Trump droht General Motors "Sie sollten verdammt noch mal schnell eine neue Fabrik eröffnen"

Der US-Autobauer General Motors streicht in Nordamerika fast 15.000 Arbeitsplätze. Nun setzt Präsident Trump Konzernchefin Barra unter Druck - und fordert einen Produktionsstopp in China.
Donald Trump

Donald Trump

Foto: Alex Brandon/ AP

US-Präsident Donald Trump hat General Motors (GM) wegen massiver Stellenstreichungen kritisiert und mit Konsequenzen gedroht. "Sie sollten dort verdammt noch mal schnell eine neue Fabrik eröffnen", sagte Trump dem "Wall Street Journal"  zu einer geplanten Werksschließung im Bundesstaat Ohio. Er habe GM-Chefin Mary Barra bei einem Gespräch am Sonntagabend mitgeteilt, wenn die Fabrik dauerhaft geschlossen bleibe, habe sie "ein Problem".

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Trump sagte der Zeitung auch, er habe Barra aufgefordert, die Autoproduktion in China zu stoppen. Vor Reportern in Washington erklärte der Präsident zudem, die USA hätten viel für GM getan und man sei in der Lage, großen Druck auf den Konzern auszuüben.

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Der größte US-Autobauer hatte am Montag eine umfassendere Restrukturierung bekannt gegeben, um sich auf elektrifizierte und selbst fahrende Autos umzustellen: Der Konzern werde demnach bis zu fünf Werke in Nordamerika stilllegen und 14.700 Stellen abbauen. Das entspricht etwa 15 Prozent aller von GM in der Region Beschäftigten. Ein Viertel davon umfasst Führungspositionen, das soll die Entscheidungsprozesse laut GM vereinfachen.

Barra begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, sich den verändernden Marktbedingungen anzupassen.

GM-Chefin Mary Barra (Juni 2017)

GM-Chefin Mary Barra (Juni 2017)

Foto: Bill Pugliano/ Getty Images

Für Trump sind die Entlassungen ein großes Ärgernis - er hat versprochen, der US-Industrie zu einem großen Comeback zu verhelfen und mehr Jobs zu schaffen als je ein US-Präsident zuvor. Die im Rahmen seiner "Amerika zuerst"-Politik angezettelten Handelsstreitigkeiten hatten für US-Autobauer wie GM und Ford bislang jedoch auch erhebliche negative Folgen. So kämpfen die Branchenschwergewichte wegen Strafzöllen auf wichtige Verarbeitungsgüter wie Stahl mit gestiegenen Materialkosten.

aar/dpa
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