Handelsstreit zwischen USA und China "Leave a message"

Im Handelsstreit mit China hat der US-Präsident Peking zum Entgegenkommen aufgefordert. Zudem sickert durch, wie Donald Trump seine jüngste Strafzollentscheidung an die Gegenseite kommunizieren ließ.

Leah Millis/REUTERS

Noch vor einigen Wochen sah es so aus, als ob die USA und China im Handelskonflikt aufeinander zugehen. Doch nun stehen die Zeichen wieder auf Eskalation.

Und beide Seiten geben sich hart. US-Präsident Donald Trump fordert Zugeständnisse der Regierung in Peking. Die Volksrepublik müsse einiges tun, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, sagte Trump am Freitag. Die USA bräuchten wesentlich bessere Handelsvereinbarungen zwischen beiden Ländern.

Die jüngsten Verhandlungen in Shanghai hatten keine Fortschritte gebracht. Trump kündigte daraufhin an, ab 1. September Sonderzölle auch auf bisher davon verschonte chinesische Waren im Volumen von 300 Milliarden Dollar verhängen zu wollen. Dies könnte Handys, Laptops, Spielzeug und Schuhe treffen.

Damit eskaliert der monatelange Streit und nährt die Furcht vor einer globalen Rezession. Die Börsen gaben am Freitag deutlich nach. China hat Gegenmaßnahmen angekündigt und kritisierte, das Vorgehen der USA sei eine schwerwiegende Verletzung der Vereinbarung über eine Wiederaufnahme der Handelsgespräche, die beide Staaten am Rande des G20-Gipfels in Osaka getroffen hätten.

"Hinterlasse einfach eine Nachricht"

Unterdessen wurde bekannt, wie Trump seine jüngste Entscheidung über neue Zollankündigungen der chinesischen Seite mitteilen ließ. Zwei mit der Situation vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, Trump habe sich am Donnerstag über die jüngsten Handelsgespräche unterrichten lassen. Er habe am Ende seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer angeordnet, China über die neuen Zölle vorab zu unterrichten und diese dann via Twitter öffentlich gemacht.

Lighthizer habe gesagt, es könne schwierig werden, den chinesischen Verhandlungsführer Liu He ans Telefon zu bekommen, weil es zu der Zeit 1 Uhr morgens in China gewesen sei. "Wenn du ihn nicht erreichen kannst, hinterlasse einfach eine Nachricht", hat Trump Lighthizer den Insidern zufolge gesagt.

mmq/Reuters



insgesamt 69 Beiträge
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tadano 03.08.2019
1.
So sieht große Weltpolitik aus wenn man sie Amateuren überlässt.
frenchie3 03.08.2019
2. Haben die Chinesen ernsthaft
daran geglaubt daß eine Vereinbarung länger hält als der Weg zur Twittertastatur?
mr_bond 03.08.2019
3. Nur noch Wahnsinn
Alles was aus dem Weißen Haus kommt, kann man nur noch mit Wahnsinn betiteln. Dementsprechend bleibt nur noch zu hoffen, dass die Amerikaner diesem Spuk bald ein Ende setzen, denn Trump wird sich leider nicht selber einliefern. Er ist ja der Auffassung, dass alle die anderer Meinung sind als er, verrückt sind. PS: Verrückt auch, dass er seine Meinung obendrein jede Sekunde ändert.
steinbock8 03.08.2019
4. Amerika First
First in den Abgrund. Wer glaubt das Politik nur zum Vorteil eines Landes funktioniert, ist im Irrtum. Die Frage ist nur, wie lange die Republikaner als Ganzes, diesen Irrsinn noch mitmachen. Das Problem ist nicht nur Trump sondern die gesamte Partei. Natürlich kann man die manipulierten Waehler nicht vergessen.
RaGe59 03.08.2019
5. oW
Vielleicht bin ich wirklich zu naiv, weil ich lange gedacht habe, daß nur eine engere Verbindung den Menschen weiterhilft, sei es politisch oder wirtschaftlich. Aber was da von der amerikanische Seite kommt, ängsigt mich und macht mich fassungslos. Das Allerschlimmste allerdings ist, daß es in vielen anderen Ländern nicht besser geht, Nationalisten und neue und alte Rechte gewinnen die Überhand. Leider ist auch Deutschland nicht ausgenommen. Mir wird Angst und Bange, wenn ich an die Zukunft denke.
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