Handelsstreit USA und China wollen Freitag weiter verhandeln

Am Freitag treten neue US-Strafzölle gegen China in Kraft - zugleich treffen sich Vertreter beider Länder zu einer zweiten Gesprächsrunde, um über eine mögliche Einigung im Handelsstreit zu beraten.
Liu He, Vizeministerpräsident von China, verlässt ein Treffen mit dem US-Finanzminister und dem Handelsbeauftragten der USA

Liu He, Vizeministerpräsident von China, verlässt ein Treffen mit dem US-Finanzminister und dem Handelsbeauftragten der USA

Foto: Manuel Balce Ceneta/ DPA

Die USA und China haben die erste Runde ihrer jüngsten Gespräche im Handelsstreit am Donnerstagabend beendet. Man habe sich darauf geeinigt, die Verhandlungen in Washington am Freitag fortzusetzen, teilte das Weiße Haus mit.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und US-Finanzminister Steven Mnuchin hätten sich am Abend mit US-Präsident Donald Trump über den Verlauf beraten. Anschließend seien Lighthizer und Mnuchin zu einem Arbeitsessen mit dem Leiter der chinesischen Delegation, Vizepremierminister Liu He, zusammengekommen. Über Ergebnisse der Gespräche wurde bisher nichts bekannt.

Nach Rückschlägen bei den Verhandlungen im Handelskonflikt hatten die Unterhändler Chinas und der USA am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) wieder Gespräche aufgenommen. Der Streit war kurz zuvor eskaliert. Trump hatte am Sonntag angekündigt, Sonderzölle auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar an diesem Freitag von 10 auf 25 Prozent zu erhöhen. Das soll ab 6 Uhr MESZ gelten.

Die US-Regierung wirft China vor, in den seit Monaten andauernden Verhandlungen bereits gemachte Zusagen wieder zurücknehmen zu wollen. "Sie haben den Deal neu verhandelt", sagte Trump am Donnerstag. "Das kann man nicht tun." Dabei sei es um "viele, viele Teile" des geplanten Abkommens gegangen, unter anderem um das Thema Diebstahl geistigen Eigentums.

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Trump hielt es dennoch für möglich, dass es eine Einigung noch in dieser Woche geben könne. Er habe einen "sehr schönen Brief" vom chinesischen Staatschef Xi Jinping erhalten, sagte Trump. Xi habe dazu aufgerufen, in den Handelsfragen zusammenzuarbeiten und "etwas hinzubekommen".

Vor der jüngsten Gesprächsrunde hatte ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums gesagt, seine Regierung sei auf "alle möglichen Situationen vorbereitet". In jedem Fall werde China nicht vor dem Druck aus den USA kapitulieren und seine "eigenen Interessen verteidigen".

aar/dpa/AFP