Handelsstreit USA kündigen neue Strafzölle gegen China an

US-Präsident Donald Trump will China im Handelsstreit weiter unter Druck setzen: Ab September sollen chinesische Produkte im Wert von rund 300 Milliarden Dollar mit einem neuen Strafzoll belegt werden.

Donald Trump (Archiv): "Wir dachten, wir hätten einen Deal mit China"
Leah Millis/ REUTERS

Donald Trump (Archiv): "Wir dachten, wir hätten einen Deal mit China"


Donald Trump will ab September einen neuen Zoll auf chinesische Produkte erheben. Der Strafzoll in Höhe von zunächst zehn Prozent betreffe Waren im Wert von rund 300 Milliarden Euro. Sollte es keine Einigung auf ein Handelsabkommen geben, könnten die Strafzölle auch auf 25 Prozent oder "deutlich darüber hinaus" erhöht werden, sagte Trump im Weißen Haus.

"Wir dachten, wir hätten einen Deal mit China", schrieb Trump. "Traurigerweise" hätte China vor der Unterzeichnung jedoch Neuverhandlungen angestoßen. "Wenn sie nicht mehr mit uns handeln wollen, dann wäre das für mich auch in Ordnung."

China habe zugesagt, US-Agrarprodukte in großen Mengen zu kaufen, sich jedoch nicht an die Abmachung gehalten, so der Präsident weiter. Die zusätzlichen Zölle sollen demnach ab dem Beginn der neuerlichen Gespräche zum 1. September gelten. Die bisherigen Strafmaßnahmen in Höhe von 25 Prozent auf Güter im Wert von 250 Milliarden Dollar seien darin noch nicht enthalten.

Die Handelsgespräche mit China würden fortgesetzt, fügte der Präsident hinzu. "Wir freuen uns, die positiven Gespräche mit China fortzuführen", so Trump. Er fühle, dass die beiden Länder eine "rosige Zukunft" vor sich hätten.

US-Finanzminister Steven Mnuchin und der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer waren in dieser Woche erstmals seit dem G20-Gipfel im Juni mit ihren chinesischen Gesprächspartnern zusammengekommen. Im September sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.

fek/mfu/Reuters/dpa



insgesamt 69 Beiträge
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Markus Dicks 01.08.2019
1. Trump ist schon...
...ein Smartie. Die US-Börsen-Indizes gehen fast alle durch die Decke, da sagt DT: ich muss mal das Verhältnis mit China weiter korrigieren. Das löst gerade einen Minicrash aus. Aber auf extrem hohem Niveau. Und das im Sonner ! Das nenne ich ziemlich perfektes TIming. DT hat eine Wirtschaftserfahrung von über 40 Jahren, und wie er die Börsen atmen lässt, und die US-Wirtschaft extrem pusht, ist schon beeindruckend. Denn er will ja sogar, daß es der Wirtschaft gut geht!!! Die FED hat ansonsten noch dafür gesorgt, daß sich sparen in den USA weiterhin lohnt ! Und hier in D. Ich wette 80 % der Kabinettsmitglieder kennen den Indexstand des DAX noch nichtmals auf +/- 10%. Kein Wunder das die deutsche Wirtschaft auf Talfahrt geht, und das nicht nur vorübergehend.
raton_laveur 01.08.2019
2. Ein weiteres Beispiel
Wir erleben wieder einmal, wie der derzeitige amerikanische Präsident (meine Hände krampfen beim Tippen) Verhandlungen führt. Nämlich mit Drohung und Erpressung. Boris Johnson wird sich darauf einrichten müssen, wenn er den harten Brexit fährt. Trumps Gesülze über die besonderen Beziehungen zu GB und sein Lob für Johnson sind so viel wert wie sein Gerede über die gute Zukunft der USA und Chinas.
Interzoni 01.08.2019
3. Wer hätte das gedacht
Das große Hirn ist überaus einfallsreich. Irgendwie muss die Weltwirtschaft doch kaputt zu kriegen sein.
freddygrant 01.08.2019
4. Bitte Mr. Trump ...
... es ist höchste Zeit - am Beispiel China sichtbar - das die USA wieder zu einer akzeptablen Realpolitik zurückkehrt. Dies gilt natürlich besonders für die Handels- und Wirtschaftspolitik, die von der USA unter Trump eher als politische Repression gegen alle wirtschftlichen Player global - und besonders in Europa und Asien - betrieben wird. Dies wird aktuell nicht zu einer Beruhigung und Enspannung führen, die zum Vorteil aller Beteiligten möglich ist, sondern zu krisenhaften und gefährlichen Auseinandersetzungen, wie man sie aktuell sehen muss.
cruiserxl 01.08.2019
5. Ein Erpresser vor dem Herrn
....mein Respekt der Typ hat's drauf...
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